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UNB: Birke wichtiger als Fernsehen

Baumstreit in Flintbek UNB: Birke wichtiger als Fernsehen

Die Nissen Massivhaus GmbH, die am Butenschönsredder in Flintbek Reihenhäuser baut, verlangt von den Nachbarn vom Rahmenkamp, ihre Birke am Grundstücksrand zu fällen. Deren Krone stört den Fernsehempfang der neuen Wohnungen. Die Untere Naturschutzbehörde (UNB) gibt dem Baum jedoch Bestandsschutz.

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Gaby und Bernhard Schnakenburg wollen aus ihrem Dachfenster nicht nur auf eine Dachlandschaft sehen. Die Birke verdeckt einen Teil der Neubauten.

Quelle: Beate König

Flintbek. Im September bat die Nissen Haus per Brief um das Schneiden herüberhängender Zweige und Büsche, dem kam das Paar nach. „Bis in vier Meter Höhe, damit die Baufahrzeuge durchkommen“, sagte Bernhard Schnakenburg, wurde der 16 Jahre alte Baum, als Setzling ein Geschenk seiner Eltern, geschnitten. Im nächsten Brief setzte Nissen Haus bis zum 9. Oktober eine Frist zum Fällen. Grund: Ein Satelliten-Empfang sei durch die Baumkrone unmöglich. „Das hat unser Elektriker gemessen“, erklärte Carsten Hepp, Geschäftsführer der Nissen Massivhaus. Die Argumente im Brief, die Käufer der Reihenhäuser hätten „ein Recht auf Informationsfreiheit“ und eine Birke sei nur Unkraut, fanden die Schnakenburgs so seltsam, dass sie bei der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises Rat suchten.

 Die Antwort von Falk Hurrelmann, Leiter der UNB, ist eindeutig: „Der Baum war zuerst da. Ein Bauherr muss sich mit dem vorhandenen Baumbestand auseinander setzen, nicht andersherum. Die Eigentümer des Baums und nicht der neue Nachbar entscheiden, was passiert. Einen Baum wegen gestörten Satellitenempfangs zu fällen, ist Unfug.“ Der Baum habe Bestandsschutz. Das Nachbarschaftsrecht greife in diesem Fall nicht. Nur in den ersten zwei Jahren kann ein Nachbar das Fällen eines Baumes einfordern.

 Arne Bossmann, für die Erschließung des Grundstücks am Butenschönsredder zuständig, bedauerte die Fristsetzung. „Ich habe mit allen Anwohnern persönlich gesprochen. Wir sind kooperativ.“ Bei einem Nachbarn wurden kranke alte Kastanien entfernt, bei einem blieb ein über die Grundstücksgrenze hinweg gebautes Gartenhaus stehen. Er habe lediglich mit dem Nachbarn der Schnakenburgs aus der anderen Seite der Doppelhaushälfte gesprochen. „Er sagte ,Wir wollen nicht fällen.’“ Bossmann nahm an, das gelte für beide Parteien des Hauses. Bei den Schnakenburgs würde man die Birke, die Schatten auf die Terrassen der Reihenhäuser wirft, auf eigene Kosten fällen und für eine Ersatzpflanzung sorgen. Bernhard Schnakenburg lässt sich darauf nicht ein. „Der Baum bleibt.“

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