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Der Wolf tauchte im Altkreis auf

Eckernförde Der Wolf tauchte im Altkreis auf

Die Rückkehr des Wolfs ist auch im Altkreis Eckernförde ein Thema. Am Rande der Jahresversammlung der Kreisjägerschaft Eckernförde in der Stadthalle berichtete der Vorsitzende Otto Gravert (Lindau) von bisher zwei Sichtungen. Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass es noch mehr werden.

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Bilanzieren das Jagdjahr: Kreisjägerschaftsvorsitzender Otto Gravert, Damwildhegegemeinschaftsleiter Hans-Jürgen Langbehn, Jagdschutzobmann Christopher von Dollen und die neue Mitarbeiterin des Landesjagdverbandes für Jugend- und Öffentlichkeitsarbeit, Katalin Brattig (von links).

Quelle: Christoph Rohde

Eckernförde. Gravert weist darauf hin, dass die Sichtungen nicht durch Wolfsbetreuer bestätigt sind. Auch Schäden in den Revieren der Kreisjägerschaft hat es durch den Räuber bislang keine gegeben. Der Nord-Ostsee-Kanal stellt für den Wolf eine „kleine natürliche Grenze“ dar. Allerdings sind in den vergangenen zwei Jahren 17 Wölfe nach Dänemark gekommen – allesamt Rüden. „Die mussten durch Schleswig-Holstein durch und damit auch über den Kanal“, sagt Hans-Jürgen Langbehn vom Landesjagdverband. Mittelfristig würden die Jäger den geschützten Wolf gerne unter Jagdrecht sehen. Aus der politischen Diskussion halten sie sich aber heraus. „Wir wollen Artenvielfalt und der Wolf gehört dazu“, sagt Langbehn. Ob eine Vertreibung mit Gummigeschossen erfolgreich wäre, bleibe abzuwarten. Generell gehe es darum, die Situation zu beruhigen und nicht anzuheizen.

Sorgen bereitet der Kreisjägerschaft der Schießstand Baumgarten, dessen Betrieb zurzeit ruht. Grund ist der Sanierungsbedarf, da sich in einigen Bereichen viel Schrot abgelagert hat. Laut Gutachten sei eine Grundwasserbelastung aber unwahrscheinlich“, berichtet Gravert. Die Kreisjägerschaft bemüht sich, eine Teilfläche des Überschießungsareals von den Landesforsten zu erwerben. Für die Sanierung sind laut Gravert mindestens 50000 Euro veranschlagt. Die Kreisjäger nutzen den Schießstand seit 1998, den sie vom Landesjagdverband übernommen hatten. Für Jungjägerausbildung, Fortbildungen und eine zu erwartende Schießpflicht auf Bundesebene sei es wichtig, in der Region den Schießplatz zu erhalten, ergänzt Langbehn. Die Jäger hoffen, dass die Anlage diesen Herbst oder Anfang 2016 wieder in Betrieb gehen kann.

Die Jagdstrecke für 2014/2015 im Altkreis weist keine großen Abweichungen auf. Nachdem die Abschusszahlen für Rehe und Damwild in den vergangenen zwei Jahren erhöht worden waren, sind sie wieder gesunken. „In einigen Bereichen hatten wir seinerzeit extremen Wilddruck“, erläutert Langbehn. Dieses Jagdjahr wurden 1716 Rehe und 899 Damtiere geschossen, 612 beziehungsweise 208 fielen dem Straßenverkehr zum Opfer. Wildreflektoren, in die die Jäger viel Geld investierten, brachten an den bekannten Wildwechseln zwar Erfolge. Durch Maissilage- und Rübenmieten, die bis in den Februar reichen, seien aber neue Schwerpunkte entstanden, so Langbehn.

Nach wie vor erhebliche Wühlschäden entstehen durch Wildschweine. Otto Gravert erwartet aufgrund des milden Winters ein „reichliches Schwarzwildjahr“. 2014/15 waren 373 Wildschweine geschossen worden, etwas mehr als in den Vorjahren. Probleme bereiten ferner wildernde Hunde. „Wir hatten mehrere Fälle, hauptsächlich war Rehwild betroffen“, sagt Jagdschutzobmann Christopher von Dollen. Teils konnten die Hundehalter ausfindig gemacht werden. Auch eine aufklärende Plakataktion habe geholfen. Im Wald besteht für den Hund Leinenzwang, aber auch in der Feldflur darf er nicht wildern.

Gleichbleibend sind nach Erkenntnissen der Jäger die Zahlen der Hasen. Viele Wildkaninchen hingegen leiden noch unter der Krankheit Myxomatose. Hier sei die Bejagung das beste Mittel, die Dichte nicht zu sehr ansteigen zu lassen, sagt von Dollen. Unterm Strich zog der Vorsitzende Gravert diese Wildbilanz: Ein relativ hoher Bestand an Schalenwild und leicht rückläufige Niederwildbestände.

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Ein Artikel von
Christoph Rohde
Eckernförder Nachrichten

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