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Feuerwehr zu Gast in Österreich

Böhnhusen/Paternion Feuerwehr zu Gast in Österreich

Ein Zufall führte 1984 ein paar Feuerwehrleute aus Böhnhusen und Paternion (Österreich) in Ladenburg am Neckar zusammen. Seitdem leben die Wehren die Unwahrscheinlichste aller Möglichkeiten. Sie pflegen mit großem Enthusiasmus eine Freundschaft über 1200 Kilometer Distanz.

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Beim Kurzbesuch der Wehr aus Böhnhusen in Österreich war vor der Weihung der Tragkraftspitze Zeit für einen Plausch mit dem Landtagspräsidenten von Kärnten, Reinhart Rohr (v.l.) Ulf Sellmer, Heinz und Henrik Hameister.

Quelle: Beate König

Böhnhusen/Paternion. Aktuellste Aktion: 24 Böhnhusener reisten zum 140-jährigen Bestehen der Paternioner Wehr. Beim Kurztrip am Wochenende wurde deutlich: Die Segnung einer neuen Tragkraftspritze und der anschließende Festakt, der mit 300 Gästen gefeiert wurde, war nur der Anlass für die Reise.

Tatsächlich geht es den Freunden von Hüben und Drüben darum, den anderen einen Einblick in ihren Alltag zu geben, um den grenzüberschreitenden Gedankenaustausch auf Augenhöhe.

Auf einer Alm in 2200 Meter Höhe stellte Wehrführer und Landwirt Hans Rauter den 18- bis 65-jährigen Gästen die Beweidung der Almen auf dem Berg Mirnock vor. „Almwirtschaft ist die aufwendigste Form der Fütterung, die es gibt.“ Damit die Bauern in Kärnten weiterhin in Gemeinschaften vom 20. Mai bis zum 20. September ihr Jungvieh auf den Wiesen in luftiger Höhe weiden lassen können, fördert die Europäischen Union das Schaffen von Weideflächen. Per GPS werden die Weideflächen zwischen den Waldflächen eingemessen, ihre Größe entscheidet über die Zahl der Tiere.

Klasse statt Masse heißt das Rezept von Bio-Landwirt Bernhard Oberegger. Beim Rundgang über seinen Hof zeigte er den Gästen, wie er unter strengsten Anforderungen und Auflagen hochwertige Biomilch produziert. Unter anderem mäht er für seine 22 Milchkühe jeden Tag das Futter frisch. „Das dauert 20 Minuten und damit etwas länger, als Silage abzudecken.“ Begeisterung rief bei den deutschen Landwirten ein Heugreifer hervor, der auf Schienen unterhalb des Scheunendachs fährt und von oben mit einem neun Meter langen Teleskoparm Futter aufnehmen und transportieren kann. „So ein Gerät hat bei uns nur Günther Fielmann auf Gut Schierensee,“ sagt Heinz Hameister.

Böhnhusens Bürgermeisterin Birgit Nicklaus gab als Ehrengast mit dem Bonus der guten Freundin der befreundeten Wehr einen Tipp. Ihr Vorschlag: Die Zulassungskriterien in der beinahe reinen Männerdomäne sollten überdacht werden, damit der Nachwuchs nicht irgendwann ausbleibt. „Nehmt auch Mädchen und junge Frauen auf“, appellierte sie. Böhnhusens Wehrführer Arne Reshöft steuerte als Ermutigung eigene Erfahrungen bei: „Unsere vier Feuerwehrfrauen sind bei Diensten aktiver, als viele ihre männlichen Kameraden.“

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