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Für Flüchtlinge wird Rathaus aufgestockt

Grundsatzbeschluss in Bordesholm: Für Flüchtlinge wird Rathaus aufgestockt

Das Amt Bordesholm will angesichts der Dynamik des Flüchtlingszustroms das Rathaus am Bahnhof aufstocken, um auch dort Menschen unterzubringen. Der Amtsausschuss gab am Donnerstagabend sein grundsätzliches Einverständnis für diesen Plan von Amtsdirektor Heinrich Lembrecht.

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Das Amt Bordesholm will den an die Polizeistation vermieteten Gebäudetrakt für die Unterbringung der Flüchtlinge um zwei Etagen aufstocken.

Quelle: Frank Scheer

Bordesholm. Vorgesehen ist, den an die Polizei vermieteten eingeschossigen Trakt um zwei Geschosse zu erhöhen. „Beim Bau vor drei Jahren ist eine Aufstockung statisch bereits mitberücksichtigt worden“, sagte Lembrecht. Die Grundfläche beträgt 300 Quadratmeter. Pro Etage könnten Einzelunterkünfte für 15 bis 20 Personen geschaffen werden. Auch der Anschluss für die Sanitärräume sei kein Problem, weil die Polizei bereits darüber verfügt. Sollten die Etagen nicht mehr für die Unterbringung von Flüchtlingen gebraucht werden, könnten sie zu Büros umfunktioniert werden. Über Kosten ist öffentlich noch nicht gesprochen worden. Auf Nachfrage betonte Lembrecht, dass das Amt zur Finanzierung einen Kredit der Kreditbank für Wiederaufbau nutzen werde, der zehn Jahre zinsfrei sei.

 „Spannend ist, wie lange wir die Flüchtlinge noch dezentral auf dem Wohnungsmarkt unterbringen können“, sagte Lembrecht. Er gehe davon aus, dass ab Dezember keine Unterkünfte mehr zur Verfügung stehen. „Vor Wochen bekamen wir zehn Asylbewerber pro Woche, mittlerweile sind es 20“, sagte Daniel Ladehoff, Mitarbeiter aus dem zuständigen Amt für Bürgerdienste. Das Amt sucht selbst, aber auch mit privaten Investoren Standorte, an denen Gebäude wie Schlichtbauten, Holzhäuser oder andere Objekte realisiert werden können. Allerdings dürften viele Unterkünfte erst im kommenden Jahr bezugsfertig sein. „Frühester Termin ist Juli/August“, so Lembrecht. Die Aufstockung des Rathauses, die auch als Signal verstanden werden soll, werde noch länger dauern. Daher werde es wohl auch zu Provisorien kommen.

 Die Flüchtlingswelle ist „die größte Herausforderung, die auf die Verwaltungen niedergekommen ist“, sagte Lembrecht. Er appellierte an die Eigentümer, freien Wohnraum zur Verfügung zu stellen. „Viele Menschen befürworten, dass die Flüchtlinge ins Land kommen. Wenn sie aber in der Nachbarschaft einquartiert werden sollen, wird es problematisch“, so der Amtsdirektor. Als Beispiel führte er einen Standort in Bordesholm, wo nach Bekanntwerden des Projektes gleich Anwohnerproteste gekommen seien. „Man halte trotzdem an dem Areal fest, das Objekt werde aber kleiner“, sagte Lembrecht ohne Details zu verraten.

 Auf Antrag von Willi Lüdemann (FDP) verabschiedete der Amtsausschuss eine Resolution, in der Bund und Land aufgefordert werden, alle beim Amt anfallenden Kosten für die Flüchtlingsversorgung zu refinanzieren. Nach Berechnungen des Amts stände derzeit bereits ein Betrag von 137000 Euro für 2015 im Raum, den die 13 Orte zu tragen hätten. Weitere Maßnahmen zur besseren Bewältigung des Zustroms: Das Amt für Bürgerdienste wird um zwei Stellen aufgestockt, der Hausmeisterbereich um eine halbe Stelle. Zudem kauft das Amt einen VW Bus für 18000 Euro, der sich durch Werbung örtlicher Firmen refinanzieren soll. Das Fahrzeug ist erforderlich, um die Flüchtlinge zu fahren. Derzeit setzen Amtsmitarbeiter dafür auch ihre eigenen Pkw ein.

 Das Amt Bordesholm plant für Donnerstag, 29. Oktober, ab 19.30 Uhr in der neuen Sporthalle der Lindengrundschule, Schulstraße, eine Einwohnerversammlung zum Thema Flüchtlinge. 100 sind bereits in den 13 Gemeinden untergebracht, laut der Zuweisungs-Quote des Kreises werden es bis Ende des Jahres 263 sein. Nur noch bis Dezember wird eine Unterbringung auf dem regulären Wohnungsmarkt möglich sein. Das Amt hat 14 Standorte – Bordesholm (7), Brügge (3), Wattenbek (2) sowie Schmalstede (1) und Grevenkrug (1) – vorgesehen, an denen Neubauten entstehen sollen. Details wollte Amtsdirektor Heinrich Lembrecht wegen der laufenden Verhandlungen aber nicht mitteilen. Die Einwohner sollen bei der Versammlung über die „Situation und Entwicklung bestmöglich informiert werden“, heißt es.

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