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Hospizgruppe schenkt Kindern Zeit

Bordesholm Hospizgruppe schenkt Kindern Zeit

Die Hospizgruppe in Bordesholm und Brügge betreut ab sofort auch Kinder und Jugendliche aus Familien mit einem sterbenden Familienmitglied. So soll möglichen später erscheinenden Traumata vorgebeugt werden. Seit 18 Jahren arbeitet die Gruppe nun schon ehrenamtlich zusammen.

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Bärbel Böttger (links) und Heidrun Borstel bieten im Rahmen der Hospizgruppe auch eine Begleitung von Kindern und Jugendlichen an.

Quelle: Frank Scheer

Bordesholm. Bärbel Böttger überlegt bei der Frage nach den Aufgaben der Hospizgruppe Bordesholm/Brügge kurz und sagt: „Wir schenken Zeit.“ Die 69-jährige Wattenbekerin, die die ehrenamtlich arbeitende Initiative vor 18 Jahren ins Leben rief, hat sich mit ihrer Kollegin Heidrun Borstel aus Flintbek weitergebildet – beide werden ab sofort auch Kinder und Jugendliche in Familien mit Sterbenden zur Seite stehen.

Kinder blieben bei den Themen Sterben und Tod oft auf der Strecke. „Auf der einen Seite wollen Angehörige ihren Nachwuchs schonen. Andererseits kriegen sie doch alles mit und bleiben mit ihren Fragen, Sorgen und Ängsten oft allein“, erklärt Bärbel Böttger. Wichtig sei es, die Kinder möglichst früh miteinzubeziehen, ihnen Zuwendung zu geben und sie sprechen zu lassen.

„Da die Angehörigen oft ziemlich eingespannt sind, können wir helfen und mit den Kindern schöne Dinge machen, sie lachen lassen. Das ist ganz, ganz wichtig“, berichtet Heidrun Borstel aus Erfahrung. Lasse man sie allein, riskiere man in vielen Fällen Traumata, die oftmals erst nach Jahrzehnten zum Vorschein kommen.

Die Hilfe für Kinder- und Jugendliche ist wie beim normalen Einsatz für die Hilfesuchenden kostenlos. Individuelle Wünsche und Bedürfnisse werden dabei in einem Erstgespräch abgeklärt. Zwölf Frauen, die zwischen 50 und 70 Jahre alt sind, arbeiten bei der Hospizgruppe Bordesholm/Brügge, die auch Fälle in Flintbek und Nortorf betreut, mit. Neulinge sind immer willkommen. Als Träger der Gruppe, die sich im September 2015 von der Neumünsteraner Hospiz-Initiative getrennt hatte, firmiert die St. Johanniskirchengemeinde in Brügge, wo auch das Spendenkonto eingerichtet ist. Die Arbeit wird von diesem Geld finanziert. „Die Spenden kommen von den Familien, denen geholfen wurde, aber auch anderen“, berichtet Böttger.

20 bis 25 Begleitungen fallen pro Jahr in der Region an. „In der Regel geht es um schwere Krebserkrankungen, bei denen die Betroffenen zu Hause von den Ehepartnern oder Familienangehörigen in Zusammenarbeit mit dem Pflegedienst und der Palliativmedizin gepflegt werden. Die Hospiz-Helfer verstehen sich in diesem Mosaik als ein Baustein, der das Leben bis zum letzten Moment für alle Seiten so lebenswert wie möglich macht. „Wir sind auch erste Ansprechpartner, wenn sich Pflegende übernommen haben“, so Böttger.

Die Hospizgruppe ist über Bärbel Böttger, Tel. 04322/4021, zu erreichen. Weitere Informationen auch im Internet www.hospizgruppe-bordesholm-bruegge.de

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Ein Artikel von
Frank Scheer
Holsteiner Zeitung

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