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Künstler verwandeln Stühle

Bordesholm Künstler verwandeln Stühle

15 ausgemusterte Stühle der Neumünsteraner Bugenhagenkirche verwandelten ebenso viele Künstler aus der Schwalestadt und Bordesholm in einzigartige Objekte. Die unter dem Titel Stühle und Verwandtes versammelten Arbeiten zogen viel Publikum an: 150 Besucher kamen zur Ausstellungseröffnung ins Bordesholmer Rathaus.

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Katrin Göldner baute ihren Stuhl in eine Miniwaldlandschaft ein.

Quelle: Tietgen

Bordesholm.  Der Andrang am Mittwoch war so groß, dass die musikalisch vom Trio Sine Nomine umrahmte Vernissage kurzerhand in den Sitzungssaal verlegt wurde. Amtsdirektor Heinrich Lembrecht freute sich sichtlich über den Zuspruch. Mit Blick auf die 25. Ausstellung sprach er von einer „würdigen Silberhochzeit“ und einer besonderen Bereicherung für das Verwaltungsgebäude: „Stühle hatten wir noch nie, das ist neu und einmalig.“ Während die acht Neumünsteraner Künstler ihre Holzstuhl-Versionen bereits in Neumünster ausstellen konnten, war für ihre sieben Bordesholmer Kollegen Premierenstimmung angesagt. Das Produkt von Tatjana Wolfers ragte dabei im Sinne des Wortes heraus: Ihr Modell Mehr Schein als Sein hing in Kopfhöhe von der Decke im Erdgeschoss herab.

 Komplett und in vielen Schichten Frischhaltefolie hatte die Bordesholmerin ihren Stuhl eingewickelt und reichlich transparentes Klebeband verwendet. Weil Künstlerkollege Nils Claussen zunächst den Stuhl als zweites Exemplar für sein Werk haben wollte, schnitt Tatjana Wolfers die Umhüllung kurzerhand wieder auf. „Nils brauchte den Stuhl dann doch nicht, aber dann kam ich auf die Idee, statt des Stuhls eine Lichterkette darin zu installieren und die Hülle zuzukleben“, erzählte die 54-Jährige. Nebenan hatte Katrin Göldner ihr Exemplar in eine Miniwaldlandschaft aus Pappmaché, Moos und Blättern eingebaut. Die Idee zu Wohin? – Nach Hause! kam ihr beim Spaziergang über den Friedhof. „Die Worte sind dort in Stelen gemeißelt. Ich fand sie so treffend für den Kreislauf vom Werden und Vergehen“, erklärte die Bordesholmer Galeristin.

 Über die Bedeutung des Stuhls als Kulturgut und die Historie des Sitzens referierte Maike Brzakala in ihrer Einführung zur Ausstellung. Sie riet den Besuchern, jeden Stuhl auf sich wirken zu lassen und sich Zeit für die Betrachtung zu nehmen. Dazu lud auch der Amtsdirektor augenzwinkernd ein: „Der Begriff Stuhlgang bekommt da eine ganz neue Bedeutung.“

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