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Linde ist schon lange hohl

Altersbedingte Schwäche Linde ist schon lange hohl

Dirk Dujesiefken steigt auf die Rundbank um die fast 700 Jahre alte Gerichtslinde in Bordesholm und haut mit einem Gummihammer kräftig auf eine Stammgabelung in drei Metern Höhe. Es hallt dumpf, ein Indiz für Hohlräume. „Kritischer Punkt. Das macht mir ziemlich Sorgen“, sagt der Professor des Hamburger Instituts für Baumpflege. Zweimal im Jahr nimmt er das Denkmal am Lindenplatz im Auftrag der Gemeinde unter die Lupe. Ein Gesundheitscheck quasi alle sechs Monate.

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Baumpfleger Dirk Dujesiefken nimmt das Denkmal alle sechs Monate unter die Lupe.

Quelle: Frank Scheer

Bordesholm. Die Linde ist einer der ältesten und bekanntesten Bäume in Schleswig-Holstein und ist eine Sehenswürdigkeit. Seit der Diagnose Brandkrustenpilz vor mehreren Jahren unternimmt die Gemeinde vieles, um den Baum solange wie möglich vital zu halten. Zu einer Prognose, wie lange das Denkmal noch leben wird, wollte sich der Experte aber nicht hinreißen lassen.

 „Seit Jahrzehnten ist der Baum hohl. Die Krankheit schreitet voran. Aber der Baum ist stabil und gerade Linden haben ein hohes Regenerationspotenzial“, so Dujesiefken. Während er das sagt, schlägt er mit dem Hammer auf die Rinde und es rieselt Holzspäne. „Das ist kein jünger Hüpfer mehr. Altersbedingte Schwäche“, erklärt er. Durch das feuchte Frühjahr seien viel Fäule, Flechten und Moose zu registrieren, Handlungsbedarf für Korrekturen würde derzeit aber nicht bestehen. „Man muss immer aufpassen, dass man dem Baum nicht die Regenerationskräfte nimmt.“ In diesem Jahr sei die Linde kräftig ausgetrieben. Auch ein zweiter Austrieb jetzt im Spätsommer sei zu sehen.

 Im Dezember will Dujesiefken aber kleinere Korrekturen vornehmen. Vermutlich wird er vom „toten Torso“ des Hauptstamms zwei Meter wegnehmen. Außerdem könnten die noch herausragenden Enden zweier bereits 2011 abgeschnittener Stämme durchaus eingekürzt werden. „Daran stören sich etliche Besucher“, berichtete Ordnungsamtsleiter Sven Ingwersen. Er wie auch der Baumexperte sind froh, dass der radikale Schnitt von 2011 samt Stützung die richtige Entscheidung war. „Damals wurde auch diskutiert, den Baum ganz zu fällen.“ Mehrere Linden aus Ablegern des Denkmals werden seitdem an verschiedenen Stellen im Ort gepflegt.

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