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Müssen 20 Doppellinden gefällt werden?

Bordesholm Müssen 20 Doppellinden gefällt werden?

Die Lindenallee in der Straße Schlagbohm in Bordesholm ist eine Rarität: Die knapp 20 Bäume bestehen jeweils aus zwei verschiedenen Exemplaren, Baumexperten sprechen von aufgepfropften Linden. Die Baumarten sorgen für ein skurriles Erscheinungsbild – und für eine mögliche Gefährdung des Straßenverkehrs.

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Lena Paschko zeigt die Stellen, an denen schnell wachsende Silberlinden auf die langsameren Sommerlinden aufgepfropft wurden.

Quelle: Tietgen

Bordesholm. Jetzt entscheidet die Gemeinde, ob die Baumreihe gefällt wird.

Die unteren Stämme inklusive Wurzelbereich sind Sommerlinden, darüber ragen die Kronen von Silberlinden empor. Die oben aufgesetzten Bäume wachsen schneller als die Sommerlinden darunter, die rund 60 Jahre alten Doppelbäume präsentieren sich so im Stammbereich deutlich zweigeteilt. Der von der Amtsverwaltung beauftragte Gutachter kann nicht mit Sicherheit sagen, ob die Lindenallee problemlos weitere 50 Jahren stehen bleibt. Probebohrungen geben keinen Aufschluss über die unterschiedlichen Wachstumskräfte. „Wir können die Bäume auch nicht aufschneiden und reingucken, dann kann man sie auch gleich fällen“, erklärte Umwelttechnikerin Lena Paschko am Dienstag bei einer Begehung.

 Der zweite Knackpunkt sind die sogenannten V-Zwiesel: Bereits knapp über den Aufpropfungsringen teilen sich die Stämme V-förmig, es besteht die Gefahr, dass die teils schenkeldicken Stämmlinge herausbrechen könnten. Bei einem Exemplar hat die Gemeinde vor kurzem eine Kronensicherung aus Gurten eingebaut. Vor mindestens 20 Jahren erhielt bereits eine weitere Linde Drahtseile in die Krone. In punkto Bruchsicherheit mochte der Gutachter keine Handlungsempfehlung abgeben. „Die Entscheidung über die Zukunft der Bäume muss jetzt die Politik treffen“, betonte die Umwelttechnikerin.

 Der Umweltausschuss beschäftigt sich am 24. September mit dem weiteren Schicksal der Allee, die landesweit als dendrologische Rarität gilt. Die Bäume gehören zu einem Bündel von 300 Exemplaren, die der Bund in den 1950er-Jahren für die Straßen der Finnhaussiedlung stiftete. Die Bepflanzung übernahm die Gemeinde. Wer damals für das Aufpfropfen verantwortlich war, ist nicht bekannt.

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