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Buchschatz von 1486

Neue Ausstellung im Heimatmuseum Bordesholm Buchschatz von 1486

Nach dem Universitätstag im vergangenen Juli erinnert in Bordesholm jetzt auch eine Ausstellung an das 350-jährige Bestehen der Christian-Albrechts-Universität (CAU) Kiel.

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Mit spitzen Fingern drapierten Reinhard Koglin (rechts) und Dieter Danker die wertvolle Inkunabel in die mit Samt ausgeschlagene Tischvitrine.

Quelle: Tietgen

Bordesholm. Das Museum auf der Klosterinsel zeigt Hintergründe und Dokumente über die Lateinschule im Augustiner Chorherrenstift, die als Vorgängerin der Kieler Uni gilt. Prunkstück der Schau, die am Freitag, 14. August, eröffnet wird, ist eins der ältesten Bücher im Land.

 Der im Kultur- und Verschönerungsverein Bordesholmer Land (KVBL) angesiedelten AG Heimatsammlung ist es gelungen, eine sogenannte Inkunabel von der Kieler Unibibliothek auszuleihen. Es handelt sich um ein 1486 gedrucktes, in Leder und Holz eingeschlagenes Buch des Dominikanerprofessors Wilhelm von Paris mit Kommentaren und Predigten über die vier Evangelien und die Briefe im Neuen Testatement. KVBL-Chef Reinhard Koglin freute sich über die Leihgabe, die in der uralten Bordesholmer Klosterbibliothek als Nr. 218 geführt wurde.

 „In der Unibibliothek hat man Vertrauen zu uns, Bordesholm genießt dort einen sehr guten Ruf“, erklärte Koglin. Mit Günter Ebert und Dieter Danker, die mit Ingrid Haydt die Ausstellung „99 Jahre Bordesholmer Lateinschule“ entwickelten, platzierte Koglin die Inkunabel auf dunklem Samt unter Glas in die zentrale Tischvitrine. Mit den zahlreichen Bild- und Informationstafeln zeichnet die Schau, an der über ein halbes Jahr gearbeitet wurde, ein detailreiches Bild der Lateinschule, die 1665 aufgelöst wurde. Mehrfach wurde die Bildungsrichtung im 30-jährigen Krieg überfallen. In den letzten 30 Schuljahren war außerdem ein drastischer Lehrstil mit drakonischen Prügelstrafen, Essensentzug und Dauerunterricht angesagt.

 „Das ließen sich die Schüler nicht gefallen, sie wehrten sich 1643 mit einem Aufstand“, erzählte Dieter Danker. Mit dem Erlös von rund 5000 Reichstalern, den das damalige Amt Bordesholm bei der Auflösung der Schule erzielte, wurde übrigens die Gründung der Kieler Uni finanziert. „Daran und an der Historie der Lateinschule kann man erkennen, wie lang und tief die Wurzeln der CAU in Bordesholm reichen“, erklärte Koglin.

 Die für Donnerstag vorgesehene Eröffnung der Ausstellung wurde wegen der Beisetzung von Dietrich Ladwig, Ehrenvorsitzender des Vereins, verschoben. Die Schau im Museum ist sonnabends und sonntags jeweils von 14 bis 17 Uhr geöffnet und ist bis zum 13. November zu sehen. Eine 40-seitige Dokumentation ist erhältlich und kostet 8 Euro.

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