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Viel kritisierte Treppe wird bequemer

Bordesholm Viel kritisierte Treppe wird bequemer

Volkes Zorn ist erfolgreich: Die öffentlich stark in die Kritik geratene „steile Treppe“ zum Fußgängertunnel am Bahnhof in Bordesholm wird umgestaltet – und sie wird bequemer als noch vergangene Woche angekündigt.

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Viel genutzt und derzeit noch recht unbeliebt: Die neue Bahnhofstreppe zur Unterführung unter den Bahngleisen steht bei den Benutzernin der Kritik.

Quelle: Beate König

Bordesholm. Der Bauausschuss beschloss in einer Sondersitzung, dass die Stufenhöhe um zwei bis 2,5 Zentimeter gesenkt und die Auftrittsfläche um zwei Zentimeter vergrößert wird.

Wer die Mehrkosten von 12000 bis 15000 Euro bezahlt, ist unklar. „Was wir heute nicht brauchen, sind Schuldzuweisungen. Es muss etwas passieren“, machte Ausschusschef Jörg Niedersberg (CDU) klar. Deutlich wurde aber: Die Gemeinde will nicht alles übernehmen.

Mit sieben Ja-Stimmen bei zwei Nein-Stimmen votierte das Gremium dafür, die Stufenhöhe auf 16 (derzeit 18 bis 19,5) Zentimeter und die Auftrittsbreite auf 29 (bisher 27) Zentimeter festzulegen. Damit würde man der alten Treppe mit den Maßen 15/31, die von vielen Bordesholmern für deutlich sicherer gehalten wird, näher kommen. Wegen der Abflachung muss die Treppe mit zwei neuen Stufen auch länger werden. Die zusätzlichen Steine sowie deren Einbau verursachen die Mehrkosten.

Der Planer Arne Siller betonte, dass „es für Außenanlagen keine geregelte Norm gibt“. Man habe sich an den „Richtlinien für barrierefreies Bauen im Außenbereich gehalten und sich auch an der Treppen-DIN 18065 orientiert“. Allerdings räumte er ein, dass in der Bauausführung unter Zeitdruck Fehler gemacht worden seien. Beispielsweise würden Stufen nicht das geplante Maß von 18/27 aufweisen, sondern zum Teil 19/26,5 sein. „Das war nicht gewollt.“ Die neuen Maße 17/29 erfüllten die Schrittmaßformel, aber auch die Bequemlichkeits- und Sicherheitsformel. Bei der jetzt stehenden Treppe wird nur die Schrittmaßformel erfüllt.

Da die Steine für die Treppe vorhanden sind, wird der breitere Auftritt durch eine Fuge, die mit Spezialbeton verfüllt wird, erreicht. Diese Bauweise störte Joachim Schultz (SPD). Das sei witterungsanfälliger, monierte er und stimmte gegen die Veränderung. Die zweite Gegenstimme kam von Helmut Berger (FDP), der den Planer scharf kritisierte. Deutlich machten auch weitere Ausschussmitglieder, dass sie von Planer vor dem Bau einen Hinweis zur Steigung erwartet hätten. SPD-Fraktionschef Ronald Büssow bemerkte, dass alles ziemlich dumm gelaufen sei. Wenn die behindertengerechte Rampe vorher in Betrieb gewesen wäre, wäre der Aufschrei wohl nicht so groß gewesen.

Seniorenbeirat stieß die Diskussion an

Ein Dank geht an den Bordesholmer Seniorenbeirat: Dessen Vorsitzender Albert Holzer monierte in der Gemeindevertretung am 22. März, dass vielen älteren Bürgern die neue Treppe zu steil ist. Sie fühlten sich nicht sicher. Die Verwaltung winkte damals ab und verlas ein Schreiben der Arbeitsgemeinschaft Zentrum, dass alles DIN-gerecht sei und nichts verändert werden müsse. Das trat eine Lawine von Protesten los. Auch die KN erreichten viele Statements, darunter Planer, die sich kopfschüttelnd zur Planung äußerten. Außerdem monierten die Kritiker immer wieder, dass vielleicht die Schrittmaßformel beim neuen Bauwerk eingehalten wurde, aber keinesfalls die Werte für Bequemlichkeit und Sicherheit. Höhepunkt war dann der verkaufsoffene Sonntag am 10. April, wo ein wahrer öffentlicher Proteststurm an der Treppe zu vernehmen war. Bereits am darauffolgenden Tag begannen die Umplanungen, die mit der Sondersitzung am Montag ihren Höhepunkt fanden. 

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