22 ° / 15 ° wolkig

Navigation:
Höher, aber nicht schmaler

Bordesholm: Treppenstufe sind DIN-gerecht Höher, aber nicht schmaler

Seniorenbeiratschef Albert Holzer fragte in der Sitzung der Gemeindevertretung Bordesholm kritisch nach. „Ist die neue Treppe, die zum Fußgängertunnel am Bahnhof in Bordesholm führt, überhaupt DIN-gerecht?“ Die Stufen seien höher, aber die Treppe habe das ideale DIN-Maß, so Amtsdirektor Heinrich Lembrecht

Voriger Artikel
Mit Tatütata in die Osterferien
Nächster Artikel
Seit 30 Jahren Kita-Leiterin

Bruno Andres hat zwar die größere Stufenhöhe registriert, beschwerlicher ist der Abstieg zum Tunnel hinunter für den 65-jährigen Kieler aber nicht geworden.

Quelle: Sven Tietgen

Bordesholm. Albert Holzer betonte, ihm sei von mehreren älteren Bürgern zugetragen worden, mit großen Füßen sei die Stolpergefahr dort groß. Amtsdirektor Heinrich Lembrecht stellte aber sofort klar. „Ja, die Treppe entspricht der Norm. Jede einzelne Stufe ist allerdings 2,5 Zentimeter höher als bei der alten Treppe, daher ist das eine Umstellung.“ Das bisherige Bauwerk war übrigens nicht DIN-gerecht.

 Der Seniorenbeiratsvorsitzende hatte die Treppe vor der Sitzung getestet. Er hat Schuhgröße 43, wie er dem Auditorium schmunzelnd verriet. Beim Hinunterlaufen habe sein Schuh ganze fünf Zentimeter über den Stufenabsatz hinausgeragt, bei Menschen mit noch größeren Füßen sei das noch mehr. Da könne man leicht abrutschen, findet er. Amtsdirektor Heinrich Lembrecht, auch Schuhgröße 43, hatte das Ganze auch ausprobiert. Sein Schuh stand nur drei Zentimeter drüber. Er sieht eine Unfallgefährdung nicht. Die Treppe sei zwar etwas steiler, aber dafür seien zwei Zwischenebenen eingeplant worden. Bei der alten Treppe gab es nur eine.

 Das Planungsbüro Siller aus Kiel teilte dem Amt auf Nachfrage mit, dass in Deutschland die DIN 18065 den Bau von Treppenanlagen regelt. Wichtig dabei sei die Schrittmaßformel, die den Planern einen Spielraum von minimal 59 bis maximal 65 Zentimeter lasse. Bei der Berechnung verdoppele man den Wert der Steigung (18) und addiert den Auftritt (27) dazu.

 Bei der neuen Treppe ergibt sich so ein Wert von 63 Zentimetern, der als ideal gilt. Bei der alten Treppe betrug die Steigung 15,5 Zentimeter, der Auftritt war ebenfalls 27 Zentimeter breit. Mit dem Ergebnis von 58 war die Schrittmaßformel nicht eingehalten worden.

 Die Bauarbeiten auf der Großbaustelle gehen zügig voran. Die neue Optik ist bereits zu erkennen. Die Fertigstellung wird für Mai angepeilt. Die Gemeindevertreter bewilligten am Dienstag noch eine zusätzliche Maßnahme. Der Betonholm oberhalb der Stützwänden wird mit Blech verkleidet, um die Verklinkerung vor Feuchtigkeit zu schützen. Mehrkosten von 26000 Euro entstehen dadurch auf beiden Seiten des Tunnels.

 Der Planer hatte die Verblendung nicht vorgesehen. Daher hat, wie berichtet, der Bau- und Planungsausschuss beantragt, Regressansprüche zu prüfen. Die Prüfung sei aber noch nicht angeschlossen, berichtete Amtsdirektor Lembrecht auf Nachfrage von Helmut Berger (FDP), der den Antrag gestellt hatte.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten aus Rendsburg 2/3