22 ° / 17 ° Gewitter

Navigation:
Streit um Baumschutzsatzung

Bordesholm Streit um Baumschutzsatzung

Der Weg zur neuen Baumschutzsatzung für Bordesholm dürfte ähnlich steinig werden wie der Versuch vor zwei Jahren. Auf der Einwohnerversammlung sprachen sich mehrere für eine örtliche Regelung aus, andere lehnten das Vorhaben rigoros ab. Deutlich wurde nach zweistündiger Diskussion der Bedarf nach mehr Information.

Voriger Artikel
Ingo Sander ist jetzt Bürgermeister
Nächster Artikel
Anleger für Ersatzfähre eingerichtet

Brigitte und Helmut Berger lehnten eine Baumschutzsatzung ab. Die Bürger sind aus ihrer Sicht sensibel genug.

Quelle: Sven Tietgen

Bordesholm. Dabei gabe es viele Hintergründen zu den gesetzlichen Regelungen von Bund, Land und Kreis. Manfred Schmidt, seit 1980 im Kieler Umweltministerium auch für den Baumschutz tätig, erläuterte vor gut 20 Zuhörern die Vorgaben in den Naturschutzgesetzen, die deutlich weiter gefasst sind als die ausschließlich für Bordesholm geltende Kreisverordnung, die 2017 ausläuft. Er warb aus Klima- und Umweltschutzgründen für eine Nachfolgeregelung, damit würde der Ort sich hinzugesellen zu den 100 weiteren Kommunen im Land mit eigener Baumschutzsatzung.

 Gerade Entwicklungen wie Lückenbebauung in Innenbereichen gehen laut Schmidt zu Lasten von Bäumen Falk Hurrelmann, Leiter der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises Rendsburg-Eckernförde (UNB), erläuterte die Unterschiede zwischen einer Pauschal- und Katastersatzung und nannte beispielhaft Kommunen wie Kronshagen oder Schwentinental. Gerade die Kartierung als schützenswert angesehener Bäume im Ort stieß auf das Interesse mehrerer Besucher. Viel Beifall gab es für Maren Jähne von der Amtsverwaltung, die die Auswirkungen, Zuständigkeiten, Kosten und auch Strafen der unterschiedlichen Verordnungen verglich.

 Wie Manfred Gerhard gibt es aber auch noch Anhänger der seit 1981 unverändert geltenden Kreisverordnung, die Bäume ab 15 Zentimetern Durchmesser schützt – aber nur in Vorgärten. „Man müsste sie etwas überarbeiten, aber als Satzung ist die gar nicht schlecht“, meinte der Brügger. Dagegen kommt für Helmut Berger, der für die FDP in der Gemeindevertretung sitzt, und Ehefrau Brigitte eine neue Satzung grundsätzlich nicht in Frage: „Die Bürger sind sensibilisiert genug, Bordesholm braucht keine Extrawurst, und es gibt noch mehr, die so denken wie wir.“

 Amtsdirektor Heinrich Lembrecht versprach, die aktuellen Regelungen zum Baumschutz zu veröffentlichen. Die Fraktionen und der Umweltausschuss werden über eine Satzung diskutieren, eine fertige Fassung könnte auf der Gemeindevertretersitzung am 13. Dezember verabschiedet werden.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten aus Rendsburg 2/3