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Kinder stünden sonst ohne Platz da

Bordesholm/Wattenbek Kinder stünden sonst ohne Platz da

Ein neuer Kindergarten muss gebaut werden: Die Gemeindevertretungen Bordesholm und Wattenbek beraten zum ersten Mal gemeinsam über das Projekt. Es besteht Handlungsbedarf: Ohne Neubau würden bald über 60 Kinder ohne Betreuungsplatz da stehen. Ein Neubau kostet die Gemeinden etwa 1,6 Millionen Euro.

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Der Parkplatz auf dem Festplatz in Bordesholm, wo auch Wohnmobile stehen dürfen, würde sich als Kita-Standort anbieten.

Quelle: Frank Scheer

Bordesholm. Große Herausforderungen sorgen für besondere Ereignisse: Zum ersten Mal in der Geschichte der Gemeinden Bordesholm und Wattenbek kommen beide Gemeindevertretungen am Dienstag, 23. Februar, zu einer gemeinsamen Sitzung in der Amtsverwaltung am Bahnhof zusammen. Und das Thema ist millionenschwer: der Neubau eines Vier-Gruppen-Kindergartens. Aufgrund der zu erwartenden Betreuungs-Engpässe schlägt die Amtsverwaltung Alarm und ein Kooperationsprojekt beider Kommunen vor. Mit Kosten von 1,5 bis 1,6 Millionen Euro müssen die beiden nicht gerade finanzstarken Kommunen bei einer Zustimmung rechnen.

 Die Gemeinden hätten keine Alternative, betonte Manfred Osbahr, büroleitender Beamter in der Amtsverwaltung Bordesholm, der das Konzept und Zahlenmaterial zusammen mit Rainer Borchert, Amt für Bürgerdienste, entwickelt hat. Fakt ist: Die Plätze in den kommunalen Einrichtungen im Birkenweg und Möhlenkamp, im evangelischen Christuskindergarten sowie im Bürgerhaus und im Haus der Kirche mit den „Kleinen Früchtchen“ und außerdem in der Einrichtung in der Wattenbeker Rosenstraße reichen nicht mehr aus, um die Nachfrage zu decken.

 „Der Vorschlag zum Bau eines neuen Kindergartens ist ein dringender Appell. Es handelt sich nicht um eine kurzfristige Notsituation“, so Osbahr mit Nachdruck. Auch der Anbau im Kindergarten am Birkenweg, der für 600000 Euro bis August fertig sein soll, lindert nichts. Ab August stünden im Kindergartenjahr 2016/17 rechnerisch 50 Kinder über drei Jahre und 13 unter drei Jahre ohne Platz da. In der Periode 2017/18 dürfte es genauso aussehen.

 Die Gründe für das große Nachfrageplus sind vielschichtig. Zum einen verzeichnet man seit Herbst einen starken Zuzug von Flüchtlingsfamilien. „35 Kinder im Alter bis zu sechs Jahren sind darunter, die alle einen Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz haben“, so Osbahr. Und es sei mit der Zuweisung weiterer Flüchtlingsfamilien in den nächsten Jahren zu rechnen. Zudem steige die Nachfrage in den Kitas vor Ort wegen des Wegfalls von Plätzen bei Tagesmüttern und des Erziehungsgeldes. Zudem müssten die geplanten Neubaugebiete in Bordesholm und Wattenbek berücksichtigt werden. Außerdem plant die Christuskirche, wieder eine Integrationsgruppe mit behinderten Kindern einzurichten, was den Wegfall von neun bis zehn Regelplätzen nach sich ziehen würde.

 Wunsch der Verwaltung ist die Fertigstellung eines Neubaus zum August 2017. Als Standort wird der Parkplatz zum Veranstaltungsplatz vorgeschlagen, weil diese Fläche sofort verfügbar ist und dort bereits Anschlüsse für Strom und Wasser sowie Abwasser liegen. Der Festplatz ist mittelfristig als Neubaugebiet vorgesehen. In der Sitzung am 23. Februar hofft das Amt auf eine Grundsatzentscheidung. Eine paritätisch besetzte Arbeitsgruppe sollte anschließend das Projekt weiter planen.

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Ein Artikel von
Frank Scheer
Holsteiner Zeitung

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