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See leidet an Überdüngung

Bordesholm See leidet an Überdüngung

Der Bordesholmer See ist gefährdet und wird auf Jahrzehnte hinaus ein Sorgenkind bleiben: Darauf lassen sich die Informationen der über zweistündige Veranstaltung am Donnerstag im Rathaus Bordesholm zusammenfassen. Das Problem ist eine Überdüngung, 1100 Kilo Phosphat fließen pro Jahr hinein.

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Der Bordesholmer See, hier der Blick vom Amtmannspark auf die Freibadestelle, ist ein Sorgenkind. Das Gewässer ist stark eutrophiert, der Zufluss von Phosphat soll in den nächsten Jahren aber reduziert werden.

Quelle: Frank Scheer

Bordesholm. Bei vielen Zuhörern, die im Sommer Badeverbote wegen gesundheitsgefährdenden Cyanobakterien (Blaualgen) hinnehmen mussten, war Frust zu spüren. Einige warfen der Gemeinde Tatenlosigkeit vor. Amt und Gemeinde wiesen das zurück, berichteten von Erfolgen durch die seit mehreren Jahren laufende Beratung von landwirtschaftlichen Betrieben im Einzugsbereich des Kalbachs, aus dem der See hauptsächlich mit Wasser gespeist wird – eine gewisse Machtlosigkeit war aber auch zu vernehmen.

 „Der See wird immer schrecklicher“, kritisierte Zuhörerin Ulrike Fischer. Da stimmte ihr Christiane Hankel zu. „Ich bade da auch nicht mehr drin.“ Aus Sicht der ehemaligen Grünen-Politikerin ist der Bordesholmer See stark eutrophiert. Das ökologische Gleichgewicht ist durch Überdüngung gestört. 1100 Kilo Phosphat fließen pro Jahr hinein. „Zu viel, der See bleibt ein schwieriger Patient“, betonte Gudrun Plambeck vom Landesamt für Natur und Umwelt. Vor allem im Sediment des verlandeten Gewässers steckt das „Futter“ für Pflanzen und Algen. Der mangelnde Wasseraustausch trägt auch dazu bei.

 Man habe das Gefühl, die Gemeinde agiere kaum, so ein Zuhörer. „Was ist aus dem Plan geworden, Vorfluter-Flächen für die Ablagerung von Nährstoffen zu kaufen?“, fragte Christoph Fischer. SPD-Fraktionschef Ronald Büssow: „Man hat das Gefühl, man befindet sich in Wiederholungsschleifen.“ 40000 Euro habe die Gemeinde zur Verfügung gestellt – der Ankauf sei aber am Wasser- und Bodenverband sowie an den Eigentümern gescheitert. Günter Klee forderte, die Fließgeschwindigkeit des Zuflusses zu reduzieren. Landwirte kritisieren den starken Bewuchs am Gewässerrand. Joachim Lucht brachte die Gänse, die auch Nährstoffe in den See bringen, ins Spiel. „2000 bis 4000 Vögel sind auf einmal da“, sagte er.

 Amtsdirektor Heinrich Lembrecht betonte, dass kleine Schritte zur Rettung liefen und weitere geplant seien. Die Beratung der Landwirtschaft werde fortgesetzt. „Mit den Eigentümern der Tegelhoffläche seien Gespräche über einen Ankauf als Retentionsfläche geplant.“ Zudem plane die Forstverwaltung 2017 ein See-Uferrandprogramm. Außerdem soll mit den Kalbach-Eigentümern über ein Randstreifenprojekt verhandelt werden. Carola Ketelhodt (Grüne), Vorsitzende des Umweltausschusses, versprach einen Aktionsplan mit Zeitvorgaben. Sie brachte auch einen eigenen Haushaltstitel zur See-Rettung ins Spiel. Sörens Bürgermeister Manfred Christiansen, der von Zuhörern wegen der fehlenden Phosphatfällung in der Kläranlage seines Dorfs kritisiert wurde, brachte eine Geldquelle für Maßnahmen ins Spiel. „Beim Kreis steht ein Millionenbetrag aus der Ausgleichsabgabe Windenergie zur Verfügung.“ Zur Kritik betonte er: „Wir erfüllen alle gesetzlichen Werte.“

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