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Kein grünes Licht für Solarpark

Bredenbek Kein grünes Licht für Solarpark

Die geplante 1,6 Kilometer lange Photovoltaikanlage entlang der Autobahn 210 bekommt von den Gemeinden Bredenbek und Bovenau noch kein grünes Licht. Viele Details sind den politischen Vertretern weiterhin unklar – vor allem, was dabei auch finanziell für die beiden Gemeinden herausspringen könnte.

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Entlang der Autobahn 210 könnte in Bredenbek und Bovenau ein großer Solarpark mit 40000 Modulen entstehen. Zusätzlich gibt es das Angebot für Bürger, auf 4,5 Hektar Fläche eine gesonderte Anlage zu errichten.

Quelle: Torsten Müller

Bredenbek/Bovenau. Gerriet Arndt, Geschäftsführer des Projektentwicklers Solarwind, legte am Montag im Bauausschuss in Bredenbek ein neues Angebot vor. Danach könnte das 15 Hektar große Sonnenkraftwerk aus etwa 40000 Modulen um eine Bürgersolarfläche erweitert werden. Über die Nutzung des etwa 4,5 Hektar großen Ackers steht Arndt nach eigenen Angaben in Gesprächen mit dem Grundeigentümer. Den Betrieb müsste eine Genossenschaft übernehmen, deren Mitglieder 200000 Euro selbst aufzubringen hätten und den Rest über einen Kredit finanzieren könnten. Über die Rendite bei einer Produktion von jährlich etwa drei Megawattstunden Strom wollte der Geschäftsführer nicht öffentlich spekulieren: „Sie hängt stark vom Auktionspreis ab.“

 Für die Bürgersolaranlage skizzierte er folgendes Szenario: Zunächst würde der Investor, die Enerparc AG aus Hamburg, die große Photovoltaikanlage innerhalb von „wenigen Wochen“ fertigstellen und dabei für etwa eine halbe Millionen Euro eine eigene Stromtrasse zum sechs Kilometer entfernten Einspeisepunkt in Schacht-Audorf verlegen. Durch diese Vorarbeit müsste die Bürgersolaranlage nicht selbst die hohen Leitungskosten tragen. Christoph Klahn (FWB) machte sich Sorgen, dass der Stromnetzbetreiber künftig bei Bürgern mit einer privaten Solaranlage die Einspeisung drosseln könnte. Arndt widersprach dieser verbreiteten Befürchtung: „Wir dürfen unseren Strom gar nicht ins Dorfnetz einspeisen und müssen eine eigene Leitung legen.“

 Rainer Horrelt (SPD) sprach das Thema an, das die Gemeinden am meisten interessiert: „Was kommt dabei rum?“ Arndt wollte aus juristischen Gründen zur Höhe der zu zahlenden Gewerbesteuer keine Angaben machen. Nach Erfahrungen mit Finanzämtern müsse die Gewerbesteuer aufgeteilt werden: 70 Prozent gingen an den Betriebsstandort, 30 Prozent an den Verwaltungsstandort – enttäuschte Gesichter bei Kommunalpolitikern beider Gemeinden, zumal nicht gar klar ist, wo der Sitz der Betreibergesellschaft liegen wird: in Bredenbek oder Bovenau.

 Jürgen Liebsch (CDU), Bovenaus Bürgermeister, kritisierte: „Wir sagen ihnen seit Wochen, welche Informationen sie liefern sollen, aber da kommt nichts. Das schafft kein Vertrauen.“ Arndt räumte Kommunikationsprobleme ein, betonte aber: „So konkret sind wir in dieser Planungsphase noch nicht.“ Günter Pede (SPD Bovenau) hatte grundsätzliche Probleme mit der großen Anlage: „Sie verschandelt unser Landschaftsbild und nur zwei, drei Landwirte profitieren.“

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Ein Artikel von
Torsten Müller
Redaktion Holsteiner Zeitung

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