27 ° / 11 ° heiter

Navigation:
Doch Flüchtlinge in Gaststätten?

Amt Achterwehr Doch Flüchtlinge in Gaststätten?

Wende bei der Standortsuche zur Unterbringung von Flüchtlingen im Amt Achterwehr: Der Felder Seegarten und die Pension Falkenhof bleiben in der engeren Wahl. Das beschloss der Amtsausschuss am Dienstagabend unter dem Eindruck einer plötzlichen Zuweisung von 27 Asylsuchenden.

Voriger Artikel
Sieger-Entwurf braucht noch Nachbesserung
Nächster Artikel
16200 gegen Betretungsrecht

Diese drei Familien aus Armenien gehören zu den 21 Asylbewerbern, die das Amt Achterwehr am Dienstag vom Kreis Rendsburg-Eckernförde zugewiesen bekam.

Quelle: Torsten Müller

Achterwehr. Am vergangenen Freitag kündigte der Kreis Rendsburg-Eckernförde dem Amt an, kurzfristig neue Asylbewerber zuzuweisen. Am Montag trafen drei und am Dienstag weitere 21 Menschen Menschen aus Armenien, Russland und Iran in Jägerlust ein; heute kommen noch einmal drei. Sämtliche Unterkünfte des Amtes sind damit belegt.

 Petra Paulsen (SPD) äußerte sich entsetzt: In den Zimmern sei jeweils nur ein Bett gewesen, keine Stühle, keine Tische. Auch hätten die Menschen nichts zu essen gehabt; ein Flüchtling sei frisch operiert gewesen. „Es geht nicht, dass sie einfach abgeliefert werden, und man hofft, dass das Ehrenamt das löst“, sagte Paulsen. Die acht Iraner seien „fast durchgedreht“. Sie forderte eine Diskussion darüber, wie man die Betreuung gemeinsam anpackt. Amtsvorsteher und Flüchtlingsbeauftragter Detlef Ufert (SPD) kündigte ein Treffen von Haupt- und Ehrenamt für den 5. Januar an: „Es muss Veränderungen geben, gerade dann, wenn so viele auf einmal kommen.“

 Amtsdirektor Hans-Werner Grewin empfand den Vorwurf ungerecht: Die Verwaltung habe alle Hebel in Bewegung gesetzt, damit die Menschen spontan untergebracht werden könnten. Das Mobiliar sei sofort bestellt worden, aber die Lieferung dauere. Der Kreis weiche jetzt von seiner Praxis ab, Zuweisungen nur bei Freimeldungen vorzunehmen: „Rendsburg weist jetzt nach der Quote zu.“ Als die Mitteilung des Kreises eingetroffen sei, so Grewin, sei der Helferkreis sofort informiert worden. Von dort habe es die Zusage gegeben, sich um den Essenseinkauf zu kümmern.

 Aufgrund der veränderten Situation wich der Amtsausschuss von der Empfehlung des Finanz- und Bauausschusses ab, die drei angebotenen Gasthofe in Felde, Westensee und Bredenbek nicht für die Unterbringung zu nutzen. Dahinter stand die Sorge, womöglich Kapazitäten vorzuhalten, die bei rückläufigen Flüchtlingszahlen nicht gebraucht würden. Bei Kündigungsfristen von drei bis vier Jahren bliebe das Amt auf hohen Kosten sitzen.

 Da es jetzt keine Raumreserve mehr gibt, soll die Verwaltung Verhandlungen mit dem Seegarten und dem Falkenhof aufnehmen. Der Amtsausschuss übertrug die Entscheidung, ob Mietverträge für die Gaststätten geschlossen werden, auf Amtsdirektor Hans-Werner Grewin, Amtsvorsteher Ufert und Rolf-Dieter Carstensen (SPD), den Vorsitzenden des Finanz- und Bauausschusses.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
Torsten Müller
Redaktion Holsteiner Zeitung

THW-Liveticker!

Alle THW-Spiele live
online verfolgen. Mit
dem THW-Liveticker

Testen Sie die KN

Digitales Abo, ePaper,
klassische Tageszeitung
online buchen & testen!

Anzeige
Mehr aus Nachrichten aus Rendsburg 2/3