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Statt Mathe Unterricht in der Manege

Kronshagen Statt Mathe Unterricht in der Manege

Von wegen Mathe, Deutsch, Englisch: In dieser Woche erhalten die Kinder der Brüder-Grimm-Schule in Kronshagen Unterricht in der Manege. Beim Circus Quaiser lernen sie vormittags Akrobatik, Jonglieren und den Umgang mit einem drei Meter langen Tigerpython – abends treten sie im Zelt vor 300 Zuschauern auf.

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Keine Angst vor schwieriger Akrobatik: Diana Quaiser half Lisa aus der Klasse 1a bei der Akrobatik auf dem Drahtseil.

Quelle: Torsten Müller

Kronshagen. Die Zirkuswiese am Treff 34 an der Fußsteigkoppel erfüllt wieder ihre Bestimmung: Großes Zelt, Wohnwagen, Schlepper – nur Tiger, Elefanten und Pferde fehlen. Die Quaisers beschränken ihren Tierpark auf die faule Riesenschlange und eine Handvoll Ziegen. Doch in der Manege lebt die alte Zirkuswelt. Marleen hängt unter der Kuppel am Ring, die Beine verschränkt, die Arme weit ausgebreitet. Jetzt würde in der abendlichen Vorstellung der Applaus branden, aber noch ist Probe.

 „Das hast Du toll gemacht“, lobt Trainer Alexander Quaiser. Nun noch die Verbeugung vor dem Mitschüler-Publikum, dann fällt der Vorhang. „Ich war etwas aufgeregt, weil ich das zum ersten Mal gemacht habe. Heute Abend werde ich sicher viel aufgeregter sein“, schätzt Marleen. Dass es beim Festklammern am Ring etwas weh getan habe, sei gar nicht so schlimm gewesen: „Die Arbeit in der Manege macht sehr viel Spaß.“

 2008 war Circus Quaiser das erste Mal bei der Brüder-Grimm-Schule in Kronshagen zu Gast. „Wir hatten schon lange geplant, diesen Besuch zu wiederholen. Aber dann kam dieses und jenes dazwischen“, sagt Rektorin Jutta Wichelmann. Eigentlich ist ein Rhythmus von vier Jahren vorgesehen, damit jeder Grundschüler die Gelegenheit erhält, einmal in der Manege aufzutreten. Das stärke nicht nur die Schulgemeinschaft, sondern auch das Selbstwertgefühl jedes Einzelnen. „Die Zirkusleute unterstützen die Kinder sehr einfühlsam und sorgen dafür, dass sie mit einem guten Gefühl aus der Manege gehen“, beobachtet Lehrerin Nicole Winkelmann.

 Draußen vor dem Zelt proben Siri, Lara, Justine und Lilly aus der 4 b mit Hula-Hoop-Reifen. Seniorchef Jakob Quaiser gibt ihnen Tipps. Die Zirkustradition reicht in dieser Familie bis 1886 zurück. Damals begann sie in Schlesien, heute hat sie ihren Standort in Schleswig-Holstein. Gerade ist der Spross der sechsten Generation geboren worden. Seit 16 Jahren arbeitet der Zirkus mit Schulen zusammen. Von Februar bis November ist die Familie auf Achse. „Die Schüler lernen Aufmerksamkeit, Disziplin und Zusammengehörigkeit – die Großen passen auf die Kleineren auf“, sagt Quaiser. Nicht selten kämen auch ehemalige Schüler zu Aufführungen, weil sie sich gern an ihre Zeit an der Manege erinnerten. Am morgigen Donnerstag um 18 Uhr treten die Schüler ein letztes Mal im Zelt auf. Dann sind die Klassen 1c, 2a und 4a an der Reihe. Nicholas aus der 4b freut sich schon auf seine Clownerie. Dann wird er eine bunte Perücke aufsetzen und Tomaten in seinem Kostüm verstecken: „Mehr darf ich nicht verraten.“

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Ein Artikel von
Torsten Müller
Redaktion Holsteiner Zeitung

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