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Gemeinde kündigt Kindergartenvertrag

Brügge Gemeinde kündigt Kindergartenvertrag

Pastor Henry Koop kann das Zahlenwerk, das Brügge zur Begründung für die Kündigung des Kindergartenvertrags mit der Kirche heranzieht, nicht nachvollziehen. Seine Rechnung geht anders auf. Er wirft mangelnde Solidarität zur Einrichtung vor und verlangt mehr Sachlichkeit in der Debatte.

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Henry Koop wirft Brügge mangelnde Solidarität vor.

Quelle: Sven Tietgen

Brügge. In der Diskussion um die Finanzierung und Kündigung des kirchlichen Kindergartens durch die Gemeinde Brügge sieht die St. Johanniskirchengemeinde eine Gefährdung ihrer Einrichtung. Pastor Henry Koop wirft der Gemeinde außerdem mangelnde Solidarität zur kirchlichen Einrichtung vor und widerspricht den Kostenberechnungen, die auf der jüngsten Gemeindevertretersitzung genannt wurden.

 Dort war die Rede von einem 65000-Euro-Defizit, das die Kommune tragen müsse. Koop macht eine andere Rechnung auf: Bei der Summe ginge es nicht um ein Defizit, sondern um ungedeckte Betriebskosten von 73500 Euro für 2016. Die Kirchengemeinde hat jetzt ihren Anteil von bisher 1700 Euro auf 8000 Euro erhöht, der Anteil der Standortkommune Brügge wurde auf 7350 Euro festgelegt. Zwar wird bei der verbleibenden Summe von 58150 Euro von einem Eigenanteil Brügges gesprochen, mit 54180 Euro wird aber der größte Teil davon durch die Kreispauschale finanziert. Dieses Geld zahlen die einzelnen Gemeinden, aus denen die 18 Kinder des Montessori-Kinderhauses in Brügge kommen. Der bislang nicht gedeckte Betrag von 3970 Euro soll, wie berichtet, zukünftig anteilig von den Wohnortgemeinden gezahlt werden.

 Mit den 18000 Euro der Kreispauschale für sechs Brügger Kinder, dem Standortanteil des Orts von 7350 Euro und den bislang nicht gedeckten 3970 Euro bleiben somit gut 29000 Euro an der Kommune hängen. „Uns geht es darum, mehr Sachlichkeit in die Debatte zu bringen und die Zahlen in die richtige Relation zu bringen“, erklärte Pastor Koop. Letztendlich gehe es nur noch um die 3970 Euro, die von Brügge und den betroffenen Gemeinden Bordesholm (vier Kinder), Bissee (zwei) sowie Wattenbek und Negenharrie (je drei) gezahlt werden sollen. Er warb zugleich für den Erhalt der kleinsten Betreuungseinrichtung in der Region.

 „Politisch sind die kleinen Einrichtungen nicht gewollt, weil sie teurer sind. Wenn man sie zerschießt, ist das auch ein Angriff auf die Wahlfreiheit der Eltern, und unsere Kita ist immer voll, wir scheinen gute Arbeit zu machen“, sagte der 55-Jährige. Auf die Vorwürfe reagierte Bürgermeister Werner Kärgel gereizt. „Das Defizit bleibt, ob viel oder wenig, es ist auf jeden Fall nicht tragbar, jeder Euro ist Geld.“ Zudem müsse Brügge mit der Kindergruppe eine weitere Kita mitfinanzieren.

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