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Eltern kämpfen um Grundschule

Standort Brügge gefährdet Eltern kämpfen um Grundschule

Der Elternbeirat der Grundschule Brügge, die seit 2011 wegen der rückläufigen Schülerzahl eine Außenstelle der Landschule an der Eider in Wattenbek ist, geht mit dem Schulverband Bordesholm wegen der Schließungsabsichten hart ins Gericht.

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Eltern, Schüler und auch Bürger protestierten vor dem Schulfest mit Plakaten gegen die Schließung des Schulstandortes Brügge.

Quelle: Frank Scheer

Bordesholm. „Im Dezember 2013 ist in einem Beschluss die Rede davon, dass der Verband von einem dauerhaften Erhalt Brügges ausgeht“, heißt es in einer von Kathie Hewig, Franziska Risske, Christiane Bales, Mareike Kloster und Sabine Dohm unterzeichneten Erklärung. Dass am Mittwoch, 20. Juli, in der Verbandsversammlung im Rathaus wieder über das Aus abgestimmt werden soll, kritisieren sie als „Armut für Politikverlässlichkeit“.

 Unverständnis und Frust über die Vorgehensweise des Schulverbands, dem 16 Kommunen in der Region Bordesholm angehören, ließen Eltern mit Grundschülern und Kindergartenkinder vor dem Schulfest auf dem Schulhof vor dem mit Reet gedeckten Gebäude ab. Mit Plakaten untermauerten sie ihren Protest: „Erst stirbt die Schule, dann das Dorf“, „Unsere Schule muss bleiben“ oder „Ich will auch in Brügge eingeschult werden“ stand darauf geschrieben. Für die Eltern ist klar: Zusammen mit Lehrern, dem Kindergarten nebenan und der Kirchengemeinde hätten sie in einer Arbeitsgruppe, die vom IQSH moderiert wurde, ein tragfähiges Konzept für den Weiterbestand der Schule, wie es mit dem Verband im April 2014 vereinbart worden war, entwickelt.

 Darin habe man sich unter anderem auf jahrgangsübergreifenden Unterricht in den Klassen eins und zwei sowie drei und vier verständigt – und das werde auch praktiziert. Zur Umsetzung braucht die Schule pro Jahr zwölf Neuanmeldungen. „Das Konzept wird auch erfolgreich umgesetzt und von vielen Eltern begrüßt“, sagte Sabine Dohm vom Elternbeirat. Immer mehr Familien entschieden sich wegen der Neuausrichtung auch für Brügge, auch wenn es weitere Fahrwege bedeutet. In Brügge gebe es ein ganz tolles Miteinander, erzählten Mareike Kolster und Christine Bales, ebenfalls Elternbeiratsmitglieder. Für das nächste Schuljahr gibt es sogar 16 Anmeldungen.

 Dass jetzt alles wieder über den Haufen geworden werden soll, können die Eltern nicht verstehen. „Wir dachten eigentlich, es sei Ruhe eingekehrt. Aber dann kam im Frühjahr die Idee mit dem Kindergarten. Und nun die Schließungsabsicht“, berichtet Sabine Dohm. Seit acht Jahren habe sie Kinder auf der Schule. Immer wieder sei über das Aus debattiert worden. „Das ist zermürbend.“ „Eigentlich verdienen Beschlüsse Vertrauensschutz und Sicherheit“, erinnern die Eltern. Mit einer großen Abordnung ist in der Schulverbandsversammlung, die um 19.30 Uhr beginnt, zu rechnen.

 Schulverbandsvorsteher Manfred Christiansen hat mit einer emotionalen Debatte vorab gerechnet. Der Schulverband hat die Schließung wegen der angespannten Haushaltslage vorgeschlagen. Platz für die Brügger Schulkinder wäre in der Landschule an der Eider in Wattenbek, die knapp zwei Kilometer von der Brügger entfernt liegt.

 Der Elternbeirat hatte mit seinem Schreiben alle Mitglieder des Schulverbands eingeladen, sich vor Ort ein Bild von der Brügger Schule zu machen. Bis auf Vertreter aus der Heimatgemeinde kam niemand. Brügges Bürgermeister Werner Kärgel bekräftigte, dass er und das Schulverbandsvertreter Urs Pause bis zum Schluss für den Erhalt kämpfen werden. Die Gemeinde Brügge hat aber nur zwei der 34 Stimmen.

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Ein Artikel von
Frank Scheer
Holsteiner Zeitung

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