18 ° / 14 ° wolkig

Navigation:
Naturbad: 200.000-Euro-Vergleich

Büdelsdorf Naturbad: 200.000-Euro-Vergleich

Nach fast zehn Jahren ist ein Ende des Streits vor Gericht um das Naturerlebnisbad in Büdelsdorf in Sicht. Es gibt einen Vergleich - allerdings noch unter Vorbehalt.

Voriger Artikel
Flintbek sucht noch viele Ideen
Nächster Artikel
In der Fremde

Das beheizte Naurerlebnisbad in Büdelsdorf ist einzigartig im großen Umkreis.

Quelle: Wolfgang Mahnkopf

Büdelsdorf. Seit neun Jahren verklagt die Freibad Büdelsdorf GmbH mit Unterstützung der Stadt Büdelsdorf den Planer des Naturerlebnisbades. Die Betreiberin des Bades wirft dem Diplom-Ingenieur aus Bayern erhebliche Planungsfehler vor. Am Donnerstag einigten sich beide Parteien in mündlicher Verhandlung beim Landgericht Kiel in einem Vergleich mit Widerrufsrecht auf einen Schadenersatz von 200000 Euro.

Rückblende: Nach Umbau- und Modernisierungsarbeiten mit Kosten von etwa 1,1 Millionen Euro konnte das beheizte Naturbad, das einzige in Mittelholstein als Freibad, mit zweimonatiger Verspätung im August 2006 eingeweiht werden. Grund für die Verzögerung waren hygienische Mängel. Dafür macht die Betreiberin, der angeblich bereits Reparaturkosten von 120000 Euro entstanden sind, den Planer verantwortlich. Sie reichte Ende November 2006 Klage beim Landgericht ein. Vorangegangene mündliche Verhandlungen im Februar 2010, März 2012 und Januar 2013 führten lediglich zum Ergebnis, dass erneut Gutachten in Auftrag gegeben wurden.

Zwei gerichtliche Sachverständige haben in ihrer abschließenden Bewertung 778000 Euro an Kosten für die Mängelbeseitigung festgestellt. Sie beanstanden nach Angaben der Betreiberin beispielsweise zu hohe Algenbildung, zu geringe Wasserförderung der Hydraulik sowie den unzureichenden Aufbau und Leistung des Bodenfilters im Regenerationsteich. Schon in einer vorangegangen Verhandlung hatte ein Einzelrichter dem Diplom-Ingenieur vorgeworfen: „Der Bau des Naturerlebnisbades ist nicht vertragsgemäß.“

Die beklagte Partei wird vertreten durch einen von deren Versicherung beauftragten Rechtsanwalt aus Schwerin. In der jüngsten Verhandlung gab der Jurist zu bedenken, dass ein Gutachter der Versicherung zu einer Schadenhöhe von 60000 Euro gelangt sei. Als Versicherungssumme stünden ohnehin nur 200000 Euro zur Verfügung. Außerdem sei der Planer wohl nicht zahlungsfähig.

„Der Vergleich ist im Ergebnis unerfreulich. Es ist jedoch das Beste, was wir aus der schlechten Situation mit der zu geringen Versicherungssumme und der Finanzlage des Planers machen konnten“, reagierte Werner Georg Tischler aus Schleswig, Rechtsbeistand der Betreiberin, auf die Einigung.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Testen Sie die KN

Digitales Abo, ePaper,
klassische Tageszeitung
online buchen & testen!

THW-Liveticker!

Alle THW-Spiele live
online verfolgen. Mit
dem THW-Liveticker

Anzeige
Mehr aus Nachrichten aus Rendsburg 2/3