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Demenz Werben für Verständnis

Rendsburgs Nachbarstadt Büdelsdorf will Hemmungen gegenüber dementen Menschen abbauen, den Kranken und ihren Angehörigen helfen. Die Stadt nimmt teil am Bundesprogramm „Lokale Allianzen für Menschen mit Demenz“. Unter anderen sind Schulungen, Freizeittreffs, ein Theaterprojekt und ein Sommerfest geplant.

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Altenpfleger Tjark-Torge Bannow kümmert sich im Büdelsdorfer Seniorenwohnheim Am Park um die demenzkranke Lieselotte Bühnen.

Quelle: Jörg Wohlfromm

Büdelsdorf. Antje Wolff hat die Teilnahme Büdelsdorfs an dem Programm angeregt. Sie ist Leiterin der Abteilung Soziale Betreuung in der Seniorenwohnanlage Am Park am Stadtrand. „Das Thema Demenz beschäftigt uns seit langem.“ Etwa jeder zweite von insgesamt 145 Bewohnern im Haus leide unter Demenz, einem Anfangsstadium oder unter einem womöglich bevorstehenden Ausbruch der Krankheit. 39 Männer und Frauen werden in kleinen Gruppen betreut, sagt Antje Wolff. „Es geht um ganz normale Tagesgestaltung mit klaren Strukturen.“ Die Sozialpädagogin kennt auch die Hilflosigkeit von Verwandten. „Wir sehen, wie schwer belastet Angehörige sind.“ Oder die Hemmungen im Alltag. „Es ist der Taxifahrer oder der Busfahrer, bei dem ein Verwirrter einsteigt.“

Mit einem Informationsabend für Betroffene, Verwandte, Nachbarn oder interessierte Bürger will Büdelsdorf am 3. Februar in das Thema „demenzfreundliche Stadt“ einsteigen. Unter anderem soll eine Trainerin für Pflegekräfte einen Vortrag zum Thema „Begegnung in anderen Welten“ halten. Sie will dabei um Verständnis für an Demenz erkrankte Menschen werben. In Workshops soll es um diese Fragen gehen: Was brauchen Angehörige? Wie kann die Versorgung verbessert werden? Wie gelangt Büdelsdorf an das Siegel „demenzfreundliche Kommune“?

Büdelsdorfs Bürgermeister Jürgen Hein sagte am Donnerstag bei der Vorstellung des Programms: „Wir haben eine älter werdende Bevölkerung. Und deswegen beschäftigen wir uns mit dem Thema, das nach Antworten schreit.“ Schon heute sei etwa jeder vierte Bürger in der 10.000-Einwohner-Stadt über 60 Jahre alt. Die Alterspyramide entwickele sich zur Form eines Pilzes.

Die „Allianzen für Menschen mit Demenz“ gehören zu einem Programm des Bundesfamilienministeriums, das örtliche Initiativen zwei Jahre lang mit jeweils 10.000 Euro unterstützt. Das Programm gibt es seit 2012. Das Berliner Ministerium strebt an, dass bis Ende des Jahres bundesweit 500 Kommunen teilnehmen.

In Schleswig-Holstein beteiligen sich bisher unter anderem Flensburg mit der Alzheimer Gesellschaft, Neumünster mit einem Mehrgenerationenhaus und Norderstedt mit einem Besuchsprogramm für demente Menschen auf Bauernhöfen.

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Ein Artikel von
Hans-Jürgen Jensen
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