22 ° / 17 ° Regenschauer

Navigation:
Bürger sollen Ort entwickeln

Bredenbek Bürger sollen Ort entwickeln

Ein verkehrsberuhigtes Zentrum, mehr Geschäfte, neue Wohn- oder Gewerbegebiete? Wie sieht die Zukunft von Bredenbek aus? Die Ideen dafür sollen die Bürger selbst ausbrüten. Die Gemeinde will mit ihnen ein Ortsentwicklungskonzept erarbeiten. Nach der Sommerpause könnte es bereits losgehen.

Voriger Artikel
Feuer am Bahnhof Brandsbek
Nächster Artikel
Berühmte Legende liefert viel Stoff

Soll das Gewerbegebiet bis zum Bahnhof erweitert werden? Bürger können die Zukunft Bredenbeks mitgestalten.

Quelle: Torsten Müller

Bredenbek. Seit der Änderung des Baugesetzes vor drei Jahren sind die Gemeinden verpflichtet, noch schonender mit Grund und Boden umzugehen. Das bedeutet konkret: Bevor sie landwirtschaftliche Flächen für neue Baugebiete in Anspruch nehmen, müssen sie prüfen, welche Potenziale sie noch in den Innenbereichen zur Nachverdichtung haben: Baulücken, Brachen und leerstehende Gebäude. Eine solche Analyse der Innenentwicklungspotenziale ist zwingend erforderlich, wollen sich Gemeinden weiter entwickeln. Das Amt Achterwehr hat dafür im Falle Bredenbeks bereits die Kosten ermittelt: 5600 Euro.

 „Doch ist es vernünftig, diesen Weg zu gehen?“, fragte Christian Jöhnk, Leiter des Bauamtes und selbst Bredenbeker, mehr rhetorisch jetzt im Bauausschuss. Für etwa das gleiche Geld könnte die Gemeinde auch ein umfangreiches Ortsentwicklungskonzept in Auftrag geben, das nicht nur die Potenziale im Innen-, sondern auch im Außenbereich bewertet. Zudem könnten die Bürger daran teilnehmen und in Werkstattgesprächen zusammen mit einem Planungsbüro einen ganzheitlichen Plan für die Dorfentwicklung entwerfen. Die Erarbeitung eines solchen Konzeptes mit den Schwerpunkten Wohnen und Siedlungsentwicklung würde zwar gut 15000 Euro kosten, aber das Land gewährt dafür einen Zuschuss von bis zu 75 Prozent der förderfähigen Kosten. Voraussetzung ist allerdings, dass auch die Aktivregion Mittelholstein grünes Licht gibt.

 Jöhnk sieht damit zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen: „Auch andere Förderprogramme der Aktivregion setzen teilweise ein Ortsentwicklungskonzept als Förderbedingung voraus.“ Zudem stelle es eine wichtige Argumentationshilfe gegenüber Land sowie Kreis dar und leiste auch innerhalb der Gemeinde einen Beitrag zur Entwicklungskontinuität über einen längeren Zeitraum hinweg. Unter Berücksichtigung des demographischen Wandels soll es zukunftsfähige Lösungen für die Nahversorgung, die soziale Infrastruktur und die Fortentwicklung des Ortszentrums bieten.

 „Bredenbek ist eine Gemeinde, die sich dynamisch entwickelt“, betonte Jöhnk. Der Regionalplan des Landes weist ihr eine ergänzende überörtliche Versorgungsfunktion zu, wodurch sie auch attraktiv für weiteren Wohnungsbau ist. Bredenbek verfügt über einen Autobahnanschluss und seit vergangenem Jahr auch über eine Anbindung an das Bahnnetz Kiel-Rendsburg. „Solche Gemeinde haben einen Entwicklungsauftrag“, fasste Jöhnk zusammen. Nach der einstimmigen Annahme im Bauausschuss muss sich am 30. Juni noch die Gemeindevertretung mit der Erstellung des Konzeptes befassen.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
Torsten Müller
Redaktion Holsteiner Zeitung

Mehr aus Nachrichten aus Rendsburg 2/3