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Petition gegen Ortskernpläne

Kronshagen Petition gegen Ortskernpläne

Die Diskussion um die Neugestaltung des Ortskerns in Kronshagen bleibt lebendig. 258 Bürger haben sich in einer Unterschriftenaktion gegen die im Siegerentwurf enthaltenen kompakte Bebauung ausgesprochen und in der Gemeindevertretung am Dienstagabend ein Überdenken der Planung gefordert.

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Der Siegerentwurf für den Ortskern sieht an der Kieler Straße eine drei- bis viergeschossige Bebauung ohne Satteldach vor. Der Wettbewerbsbeitrag des Hamburger Architektenbüros Hahn, Hertling, von Hantelmann ist derzeit im Foyer des Rathauses in Kronshagen ausgestellt.

Quelle: Torsten Müller

Kronshagen. Sprecherin Ottoni Habura-Flüh übergab die Petition an Bürgermeister Ingo Sander (CDU).

 Mit „Erschrecken und Sorge“ habe man die Bebauungsvorschläge der Architekten zur Kenntnis genommen. „Wenn dieser Plan umgesetzt würde, zeigte unser Ortskern ein erschreckendes Bild“, heißt es in der Petition. Den Unterzeichnern ist vor allem das geplante große Wohn- und Geschäftshaus an der Kieler Straße ein Dorn im Auge: „Es hätte nahezu die doppelte Grundfläche der jetzigen Häuser und wäre bis zu zwei Etagen höher“, kritisieren die Bürger. Zudem würde von Osten der Blick auf das ortsbildprägende Sparkassengebäude verdeckt werden.

 Weitere Kritikpunkte sind die zwei vorgesehenen Plätze: zum einen der Marktplatz an der Kopperpahler Allee, zum anderen die Grünfläche hinter dem neuen Wohn- und Geschäftsgebäude. Beide lägen nicht zentral und wären ab einer bestimmten Zeit durch die großen Baukörper verschattet: „Wer möchte ab mittags im Schatten einkaufen oder im Café sitzen?“, fragen sich die Bürger angesichts der Nord-Süd-Ausrichtung des künftigen Marktplatzes, der im Westen durch eine dreigeschossigen Baukörper flankiert wird.

 Habura-Flüh erläuterte, dass auch sie 2009 an den Workshops zur Bürgerbeteiligung mitgemacht habe. Den Teilnehmern sei es damals vor allem darum gegangen, den Verkehr im Ortskern zu beruhigen, die Grünfläche an der Bürgermeister-Drews-Straße zu erhalten und einen Platz mit Geschäften und Kaffees zu schaffen, der zum Verweilen einlade. Sie appellierte an die Gemeindevertretung, den Bürgern noch einmal Informations- und Gesprächsangebote zu machen.

 Bürgervorsteher Bernd Carstensen (CDU) hob hervor, dass es bei der Ortskernplanung ein Höchstmaß an Bürgerbeteiligung gegeben habe: „Ein solches Ausmaß finden Sie in keinem vergleichbaren Sanierungsverfahren im Lande: weder in Bordesholm, noch in Nortorf.“ Thomas Kahle (CDU) wunderte sich über die späte Kritik. Er erinnerte daran, dass das Preisgericht den Entwurf bereits im November einstimmig gekürt habe und fragte: „Was haben Sie in der Zwischenzeit gemacht?“ Robert Schall (SPD), Vorsitzender des Bauausschusses, lud die kritischen Bürger zur Sitzung des Gremiums am heutigen Donnerstag, 19 Uhr, im Rathaus ein. Dabei gehe es auch um die Ergebnisse der Bürgerbeteiligung an der Planung.

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Ein Artikel von
Torsten Müller
Redaktion Holsteiner Zeitung

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