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Timmasper sind skeptisch

Größere Windkraftanlagen? Timmasper sind skeptisch

Der 2001 gebaute Windpark in Timmaspe ist nicht mehr effizient genug. Daher plant die Verwaltung Treucon aus Berlin die zehn 100 Meter hohen Anlagen durch fünf 175 Meter hohe zu ersetzen. In der Einwohnerversammlung am Mittwoch zeigte sich unter den Timmaspern jedoch Ablehnung.

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Rund 90 Timmasper waren in den Asper Krug gekommen, um sich die Pläne zum Repowering des Windparks anzuhören.

Quelle: Nora Saric

Timmaspe. Eine nicht näher bestimmte Summe an Gewerbesteuern, die bisher nicht gezahlt wurden, stellte Monika Hentze, Treucon-Geschäftsführerin, in Aussicht. „Sie können doch nicht sagen, dass sie nicht wissen, ob und wie viel Gewerbesteuer zu erwarten ist“, monierte ein Bürger. „Es wurde bisher keine gezahlt, weil das Ergebnis des Windparks so grottenschlecht ist“, erklärte dazu Jens Schöttler, Geschäftsführer des Hamburger Ingenieur-Büros E3. Zudem solle die Gemeinde, führte Schöttler weiter aus, jährlich 9800 Euro durch einen neuen städtebaulichen Vertrag erhalten. Dazu kämen etwa 16000 Euro aus einer Pachtpauschale. Vielleicht könnten jährlich 25800 Euro gezahlt werden. „Es ist alles noch in Verhandlung“, so Hentze.

 Mit Zahlen um sich zu werfen, unterstellte ihr Gemeindevertreter Ole Mester. „Fakt ist, dass das Vertrauen auf unserer Seite erschüttert ist“, nahm er Bezug auf frühere, gebrochene Versprechen an die Gemeinde. Bürgermeisterin Meike Derner sprach von „Altlasten“: Als der Windpark 2001 gebaut worden sei, habe die Gemeinde 15000 Euro jährlich bekommen sollen. Nach einer Gesetzesänderung wäre dies aber unter das Korruptionsgesetz gefallen, und sei deshalb eingestellt worden. Die frühere, mittlerweile insolvente Windpark-Gesellschaft habe Versprechen tatsächlich nicht gehalten. „Mit der Treucon gibt es aber keine Verträge, die nicht eingehalten worden sind.“

 2011 wehrten sich die Timmasper bereits mit einem Bürgerentscheid gegen den Ausbau des Parks. „Wir haben schon einen Windpark“, sagte Bürgermeisterin Derner. „Wir sind nicht gegen Windkraft.“ Der Park habe bis heute aber 25 Prozent weniger als die erwarteten Erträge erwirtschaftet, erklärte Hentze. Die zehn Windmühlen Typ Nordex N60 mit einer Gesamthöhe von 100 Metern seien eigentlich Küstenanlagen, so Jens Schöttler. „Das Windangebot wurde damals deutlich überschätzt.“ Das Ziel: Die alten Anlagen werden gegen fünf Windräder Typ Vestas V112 mit einer Gesamthöhe von 175 Meter ersetzt.

 Die Erläuterungen zu Schattenwurf, Lautstärke und Nachtbeleuchtung kommentierten die Timmasper kritisch. „Alles, was hier geplant wird, ist rein renditeorientiert“, warf Gemeindevertreter Jens Thun ein. Befürchtungen, der Park könne in Richung Gnutz oder Schülp noch größer werden, wurden geäußert. In der nächsten Gemeindevertretung kommt das Thema erneut auf den Tisch.

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