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Info-Blatt zu NS-Bürgermeister

Bürgerforum Nortorf: Info-Blatt zu NS-Bürgermeister

14 Fotografien zeigt die Galerie ehemaliger Bürgermeister im Nortorfer Rathaus. Das örtliche Bürgerforum fordert nun, dass das Bild von Waldemar Hein, der 1933 von den Nationalsozialisten eingesetzt wurde, mit entsprechenden Informationen versehen wird.

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14 Porträts ehemaliger Nortorfer Bürgermeister hängen im Treppenaufgang zum großen Saal des Rathauses.

Quelle: Sven Detlefsen

Nortorf. Für Rathausbesucher ohne lokalhistorische Kenntnisse sticht das Portrait von Hein nicht besonders heraus. Das will das Bürgerforum, das seit fünf Jahren die lokale Geschichte der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft recherchiert, ändern. Der NS-Bürgermeister sei als „Nicht-Nortorfer“ von außen eingesetzt worden. Zum Kriegsende im Mai 1945 habe der Bürgermeister beim Einmarsch der Briten in die Stadt Selbstmord begangen.

 Gerade im Zusammenhang mit der Verschleppung und dem Tod von 13 Menschen aus Nortorf und Umgebung sowie beim Thema Zwangsarbeit sei der Name Waldemar Hein bei den Nachforschungen immer wieder in den Vordergrund getreten. Außerdem sei er für den Tod von zwei Bürgern in den Konzentrationslagern Neuengamme und Sachsenhausen „verantwortlich“, erklärt das Bürgerforum.

 „Wir finden nun nicht, dass dieses Porträt abgehängt werden sollte, gehört doch auch Waldemar Hein zur Geschichte Nortorfs“, sagt Klaus Schuldt im Namen des Forums. Allerdings sollten die historischen Hintergründe mit der fehlenden demokratischen Legitimation, der Mitverantwortung für den Tod zweier Menschen und der Freitod bei Kriegsende deutlich gemacht werden.

 Der Antrag des Bürgerforums ist gerade erst bei den Fraktionen eingetrudelt. „Ich persönlich halte den Vorschlag für vernünftig“, sagte Bürgermeister Horst Krebs (CDU). Die genaue Form und der Umfang so eines Hinweises müsse allerdings noch diskutiert werden. Die Verantwortung Heins für den Tod von Menschen, wie von dem Bürgerforum unterstellt, müsste zweifelsfrei historisch belegt sein, meinte Krebs. Unklar seit derzeit auch noch, ob das Amt oder Stadt für den Antrag zuständig wäre. Das Rathaus falle in die Zuständigkeit des Amtes Nortorfer Land.

 Ein weiteres vom Bürgerforum angeschobenes Projekt ist mittlerweile auf gutem Weg. Im Zusammenwirken mit Kirche und Stadt entstehe derzeit ein Mahnmal mit namentlicher Nennung von zehn Euthanasie- und KZ-Opfern, berichtet Klaus Schuldt. Der bekannte Bildhauer Manfred Sihle-Wissel aus Brammer arbeite bereits an der Stehle, die ihren Platz in der Stadtmitte an der Kirche haben soll.

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Ein Artikel von
Sven Detlefsen
Ressortleiter Holsteiner Zeitung

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