25 ° / 17 ° Gewitter

Navigation:
Widerstand gegen Lagerung von Atommüll in Schönwohld

Achterwehr Widerstand gegen Lagerung von Atommüll in Schönwohld

Im Achterwehrer Ortsteil Schönwohld formiert sich massiver Widerstand gegen die mögliche Einlagerung von schwach radioaktivem Abfall aus Atom-Kraftwerken. Mehr als 100 Bürger gründeten jetzt eine Bürgerinitiative. „Wir sind aufgebracht, sauer und verängstigt“, sagte Medi Kuhlemann vom Initiatorenteam.

Voriger Artikel
Duett zu "Wasser und Brot"
Nächster Artikel
Hausgemachte Krimis für die Ohren

Großer Widerstand: Zur Gründungsversammlung der Bürgerinitiative gegen Atommüll in der Deponie Schönwohld kamen mehr als 100 besorgte Menschen.

Quelle: Torsten Müller

Achterwehr. Der Landgasthof Griesenbötel drohte am Donnerstagabend zu platzen. Nicht nur viele besorgte Einwohner waren gekommen, sondern auch Nachbarn aus Achterwehr, Melsdorf, Hohehude, Quarnbek und selbst aus Kiel-Russee. Die Pläne von Umweltminister Robert Habeck (Grüne) ziehen weite Kreise. Wie berichtet, soll gering belasteter Atommüll aus zurückgebauten Kraftwerken in Schleswig-Holstein auf Deponien der Klassen 1 und 2 im Lande verteilt werden. Sieben kommen dafür nach Einschätzung des Ministeriums grundsätzlich in Frage – auch die seit 1965 von der Stadt Kiel betriebene Deponie in Schönwohld.

 „Wir wollen nicht auch noch Atommüll vor der Haustür haben“, betonte Medi Kuhlemann. Durch die konfliktträchtige Nachbarschaft haben die Schönwohlder in 50 Jahren viele Erfahrungen gesammelt. Daher geben sie sich generalstabsmäßig schlagkräftig: Am Donnerstag gründeten sie bereits fünf Arbeitsgemeinschaften, die jeweils spezielle Aufgaben bekommen haben: Öffentlichkeitsarbeit, juristisches Vorgehen, kommunale Kooperation, wissenschaftliche Begleitung und historische Aufarbeitung.

 „Wir sind immer wieder vertröstet worden. Die Deponie soll endlich mal ein Ende haben“, sagte Kuhlemann. Zunächst sollte die Einlagerung 2002 enden, dann war nach den EU-Vorgaben 2020 angepeilt, jetzt geht die Stadt von 2024 aus. Die Schönwohlder fürchten, dass dieser Termin verlängert werden könnte, da überhaupt nicht absehbar sei, wann der AKW-Rückbau abgeschlossen ist. „Über 50 Jahre Belastung durch Lkw-Verkehr und Umweltgifte sind genug“, meinen Schönwohlder. Das Misstrauen, dass das als schwach radioaktiv eingestufte Material nicht doch negative Folgen haben könnte, ist groß. „Auch die Titanic galt als unsinkbar“, sagte ein Schönwohlder. Als Feuerwehrmann war er in der Vergangenheit vier Mal bei Bränden in der Deponie im Einsatz.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
Torsten Müller
Redaktion Holsteiner Zeitung

Eckernförder Bucht

Schiffspositionen in
der Eckernförder Bucht,
dem NOK & der Ostsee

THW-Liveticker!

Alle THW-Spiele live
online verfolgen. Mit
dem THW-Liveticker

Anzeige
Mehr aus Nachrichten aus Rendsburg 2/3