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Staub am Heidberg

Staub am Heidberg

Fahrzeuge, die den Parkplatz am Lassenweg nutzen, sorgen für mächtige Staubwolken. Darunter leiden die Anwohner - nun will Bürgermeister Olaf Plambeck für staubfreies Wohnen sorgen, die Busse sollen andere Haltestellen nutzen.

Die Staubbelästigung am Lassenweg ist schon am frühen Morgen deutlich sichtbar, wenn die ersten Busse fahren.

Quelle: Sorka Eixmann

Flintbek. Langsam schwenkt der rote Linienbus vom Parkplatz am Lassenweg in Flintbek auf die Straße, bremst ab und fährt, sich in den laufenden Verkehr des Eiderkamps einfädelnd, wieder an. Die Staubwolke, die er hinterlässt, ist so dicht, dass die Bremslichter kaum zu sehen sind – Sekunden nach seiner Abfahrt wabert der Staub in Richtung Heidberg und hüllt Gärten, Tische und Autos ein. Zum Ärger der dortigen Anwohner. Doch eine Besserung der Situation ist in Sicht.

 Zu den betroffenen Anwohnern gehört Michaela Semmler. Seit zehn Jahren wohnt sie dort mit ihrem Lebensgefährten Thomas Heidukowski. Beide haben sich nicht nur im Garten ein kleines Paradies geschaffen. Doch seit rund drei Jahren sind Aussicht und Stimmung getrübt: „Zeitgleich mit der Sanierung der Straße begann das Desaster mit dem Staub. Die Baufahrzeuge haben offenbar die Deckschicht des Platzes kaputt gefahren.“, erinnert sich Semmler. Häufig haben sie und auch Nachbarn sich bei der Verwaltung beschwert, manchmal hatten sie Glück: „Dann kamen Mitarbeiter vom Bauhof und sprengten die Fläche mit Wasser. Das war aber keine dauerhafte Hilfe“, so die 47-Jährige, denn das Staub-Problem kam nach kurzer Zeit wieder. „Ob Fenster, Gartentisch oder unser Auto, es ist eine Katastrophe“, erklärte Semmler während der jüngsten Sitzung des Umwelt- und Wegeausschusses. Sie machte ihrem Ärger Luft, Bürgermeister Olaf Plambeck versprach, sich zu kümmern.

 Genau das machte er am Freitagmorgen: Bei strahlendem Sonnenschein hatte sich Plambeck zum Kaffee angemeldet. Keine fünf Minuten, nachdem er auf der Terrasse Platz genommen hatte, fuhr der nächste Bus über den Parkplatz und Plambeck erlebte den Staub sozusagen am eigenen Leib. Doch er wollte nicht nur „erleben“, er will Abhilfe schaffen. „Das ist kein Zustand“, betonte er. Am Donnerstag hatte es bereits mit der Autokraft und der KVAG eine Zusammenkunft gegeben, um nach alternativen Bushaltestellen zu suchen. Die gute Nachricht: „Wir sind ziemlich sicher, als Alternative die Aldi-Zufahrt nehmen zu können. Die Busunternehmen müssen nur noch die Fahrzeiten synchronisieren und es muss eine Toilette installiert werden“, so Plambeck. Das wäre eine Lösung, bis im Rahmen der Städtebauförderung der Busbahnhof komplett verlegt wird, so Plambeck weiter.

 Denn eines stand für ihn fest: „Der Staub muss nicht nur minimiert werden, er muss reduziert werden.“ Damit stünde einem staubfreien Sommer nicht mehr viel im Weg – zur Freude von Michaela Semmler.

Ein Artikel von
Sorka Susann Eixmann
Holsteiner Zeitung