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Café Klatsch für zwanglose Begegnungen

Christusgemeinde Café Klatsch für zwanglose Begegnungen

Es soll zwanglose Kontakte und Freundschaften ermöglichen: In Kronshagen rief der Arbeitskreis Flüchtlingshilfe am Mittwoch das Café Klatsch ins leben. Mehr als 60 Kronshagener und Menschen aus anderen Ländern kamen zur Premiere – auch Sozialministerin Kristin Alheit.

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Sozialministerin Kristin Alheit (von links) im Gespräch mit Abolfazi (7, rechts) aus Afghanistan. Mit dabei Schwester Zahra und deren Mutter sowie Renate Graetsch, Mitglied des Arbeitskreises Flüchtlingshilfe und Initiatorin des Café Klatsch.

Quelle: Torsten Müller

Kronshagen. Musik verbindet die Menschen noch mehr als Kaffee und Kuchen. Im Foyer des kirchlichen Zentrums der Christusgemeinde findet sich spontan ein Trio zusammen: Siegbert Hübner (Gitarre, Trommel), Stephan Pohl-Patalong (Gitarre) und Shia Horo (Saz) begrüßen die Besucher mit einer orientalischen Jam-Session. Rasch versammelt sich eine Gruppe von männlichen Flüchtlingen um die Musiker und klatscht im Takt.

 Stimmengewirr im Café: An den Tischen sitzen Kronshagener mit Familien zusammen, die erst seit wenigen Monaten in den Elac-Häusern, im Kathweg oder am Heischberg wohnen. Die Verständigung ist nicht immer einfach, oft helfen die Kinder beim Übersetzen, wie etwa Abolfazi (7) oder Zahra (14), die die Gemeinschaftsschule Kronshagen besuchen und am DaZ-Zentrum in kurzer Zeit schon gut Deutsch gelernt haben.

 Kristin Alheit setzt sich unkompliziert an den Kaffeetisch dazu und grüßt die Runde mit „high“. Sie ist gekommen, sagt sie, weil sie den Ehrenamtlichen für diese herzliche Art der Willkommenskultur danken will: „Das kann man nicht mit einer Presseerklärung tun, sondern durch Anwesenheit. Wenn alle so einen Beitrag leisten wie Sie, dann schaffen wir das“, ist die Sozialministerin überzeugt und staunt über die hohe Zahl von 140 ehrenamtlichen Helfern, die sich bei der Kronshagener Flüchtlingshilfe engagieren. Der Vater von Abolfazi und Zahra serviert derweil den Kuchen.

 Die Initiative für das Café Klatsch ging von Renate Graetsch, Mitglied im Arbeitskreis, aus. Sie will eine zwanglose Begegnungsstätte schaffen, in der die Fremdheit durch Gespräch, Spiel oder Aktion aufgehoben wird. Treffpunkt ist jeden Mittwoch von 15 bis 17 Uhr im kirchlichen Gemeindezentrum, Kopperpahler Allee 12. Die Christusgemeinde stellt die Räume kostenlos zur Verfügung. „Solange der Anbau steht, soll er auch genutzt werden. Aber selbst danach hätten wir Räume für die Begegnung“, sagt Pastorin Ina Strege.

 Auch wenn eine gemeinsame Sprache für den Verständigung mal nicht vorhanden ist, kann Begegnung problemlos sein. Karin Scholten gestaltet mit Hwaide Welacha bei Kaffee und Kuchen eine Herbstdekoration. Die syrische Mutter fühlt sich in Kronshagen wohl. Sie ist auch in der Nähwerkstatt aktiv, wo sie bereits die Gardinen für die neue Unterkunft in der Claus-Sinjen-Straße genäht hat.

 Renate Graetsch sieht noch ein großes Potenzial an möglichen Mitstreitern in Kronshagen, weiß aber auch, dass es zum Teil noch Berührungsängste gibt. Das Café Klatsch soll ihnen Gelegenheit bieten, Kontakt aufzunehmen und Möglichkeiten der eigenen Mithilfe zu finden. Anna Roloff nutzt diese Chance bereits bei der Premiere und gibt sich zuversichtlich: „Ich werde etwas finden, das zu mir und meinem Haushalt passt.“ Angelika Malchow-Bielefeld fühlt sich bereits durch die erste Begegnung bereichert: „Ich erfahre von den Flüchtlingen Hintergründe.“ Die Neu-Kronshagenerin erhofft sich durch die Mitarbeit, selbst mehr Kontakt in ihrer neuen Umgebung zu bekommen.

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Ein Artikel von
Thomas Müller

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