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Fragile Nähte und Laotse-Komposition

Eckernförde Fragile Nähte und Laotse-Komposition

Die Auswahl sei dieses Mal nicht leicht gewesen, berichtet Jutta Johannsen, Vorstandsmitglied des Vereins Schleswig-Holsteinisches Künstlerhaus an der Ottestraße bei der Vorstellung der beiden neuen Stipendiaten in Eckernförde. Nicht die Qualität, aber die Anzahl der Bewerbungen habe der fünfköpfigen Jury viel Kopfzerbrechen beschert. Allein für den Bereich Bildende Kunst habe die Jury 340 Bewerbungen sichten müssen, für den Bereich Komposition immerhin 40.

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Constanze Vogt und Cheng-Wen Chen sind für jeweils drei Monate im Künstlerhaus an der Ottestraße als Stipendiaten untergebracht und arbeiten an neuen Projekten.

Quelle: Kai Pörksen

Eckernförde. Die Wahl fiel auf Constanze Vogt (30), frisch gebackene Absolventin der Kieler Muthesius Schule, und auf Cheng-Wen Chen, einen gebürtigen Taiwaner, der zuvor in Bremen gearbeitet hat. „Die Bewerbungen waren international“, so Johannsen, und seien aus den USA ebenso gekommen wie aus Rumänien oder Asien.

Cheng-Wen Chen (35) möchte in Eckernförde eine elektronische Komposition entwickeln, die sich mit der chinesischen Philosophie von Laotse auseinandersetzt, insbesondere dem Kapitel II aus dem Daodejing (etwa 300 v. Chr.), und das anhand von zwanzig unterschiedlichen Übersetzungen ab Ende des 18. Jahrhunderts. Die chinesische Sprachmelodie des Textes soll dabei zunächst durch ein Computersystem analysiert und dann als Ausgangsmaterial für die musikalische Struktur übertragen werden. Chen studierte Komposition in Taiwan und Deutschland (Hannover), erhielt einen Auftrag für die Expo 2015 in Mailand, den Bremer Komponistenpreis 2014 und mehrere Förderungen, wie das Deutschlandstipendium 2013 und das des Landes Niedersachsen 2014.

Constanze Vogt arbeitet mit unterschiedlichen Medien. Sie interessiert, diese in ihren verschiedenen Möglichkeiten sichtbar werden zu lassen. So verwendet sie zum Beispiel Papier, das sie immer wieder neu bearbeitet, übernäht, bis es in seiner ursprünglichen Struktur zerstört, über die Nähte jedoch wieder neu erschaffen wird. Die gebürtige Bielefelderin arbeitet auch mit Büromaterialien wie Bild- oder Schriftträgern, auch gerne einmal mit einem Locher, der eine Art Gardine entstehen lässt – transparent und fragil und von spannender Struktur. Schattenwürfe und Licht gehören zu ihren Installationen dazu.

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