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Kinderstation erneut auf Prüfstand?

Maikundgebung in Eckernförde Kinderstation erneut auf Prüfstand?

„Das ist unser Tag“, sagt Finn Petersen. Die rund 300 Kundgebungsteilnehmer, die am 1. Mai auf den Eckernförder Rathausmarkt gekommen sind, nicken zustimmend. Beifall gibt es für den Geschäftsführer der Region Schleswig-Holstein Nord der Gewerkschaft NGG, als er das Thema Mindestlohn aufgreift und von einem „historischen Erfolg der Gewerkschaften“ spricht.

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Rund 300 Teilnehmer kamen zur Mai-Kundgebung auf dem Eckernförder Rathausmarkt zusammen.

Quelle: Uwe Rutzen

Eckernförde. Petersen spricht auch davon, dass bundesweit mehr als fünf Millionen Menschen von etwas profitieren, für das man viele Jahre hat kämpfen müssen.

 Doch der Redner auf der improvisierten Bühne vor dem Rathaus will sich mit diesem Erfolg nicht zufrieden geben. „Gerechtigkeit beginnt bei gerechten Löhnen“, betont er. Wieder gibt es Beifall. Es sei eine Schande, dass Frauen in Deutschland durchschnittlich 22 Prozent weniger als Männer verdienen würden, fährt Petersen fort und spricht den Erzieherinnen aus Kindertagesstätten in diesem Zusammenhang seine Solidarität aus. Die, so macht der Redner deutlich, werden voraussichtlich in wenigen Tagen in einen unbefristeten Streik treten, um ihre Forderung nach einer besseren Bezahlung zu unterstreichen.

 Doch auch in der NGG läuft längst nicht alles so, wie es sollte, beklagt der Redner. Die Arbeitgeber im Hotel- und Gaststättengewerbe würden vielfach tricksen, um den Mindestlohn zu umgehen. Um auf 8,50 Euro zu kommen, würde manch Arbeitgeber Zuschläge und Sonderzahlungen einfach mit dem Grundlohn verrechnen oder Deals mit Gutscheinen anbieten. Petersen wird lauter: „Solch ein Missbrauch muss unterbunden werden.“

 Horst Kunze steht in der ersten Reihe der Zuhörer und applaudiert kräftig. Er trägt ein T-Shirt mit der Aufschrift Arm – trotz Arbeit. Der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) in Eckernförde hat vor Petersen gesprochen und ist in seiner Begrüßung vor allem auf örtliche Probleme eingegangen. Es wird merklich still, als Kunze sich besorgt über Gerüchte aus der örtlichen Imland-Klinik zeigt. „Die Geburten- und Kinderstation am Eckernförder Krankenhaus soll wieder auf den Prüfstand“, hat er erfahren. Näheres sagt er nicht. Doch jeder weiß, was das bedeuten könnte.

 Verwundert zeigt er sich darüber, dass die Vertreter der Gewerkschaften am vergangenen Wochenende nicht zum Workshop über das Quartier „Nooröffnung“ eingeladen worden seien. „Haben wir weniger soziale Kompetenz als der Wirtschaftskreis oder die Kirche?“, fragt er. Die Menge schüttelt den Kopf.

 Zufrieden ist Kunze hingegen mit der Willkommenskultur für Flüchtlinge in Eckernförde: „So bekommen Neid, Missgunst und Populismus hier keine Chance.“

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Ein Artikel von
Uwe Rutzen
Ressortleiter Eckernförder Nachrichten

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