18 ° / 11 ° wolkig

Navigation:
Harte Prüfung für Lehrtaucher

Eckernförde Harte Prüfung für Lehrtaucher

Auf dem Meer verunglückte Segler oder im See verschwundene Badegäste suchen, eine Wasserrettung aus dem Auto oder Boot, Menschen wiederbeleben und schlimmstenfalls Ertrunkene bergen: Einsatztaucher der DLRG (Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft) üben diese Aufgaben ehrenamtlich aus. Dazu ist eine gute Ausbildung erforderlich.

Voriger Artikel
Lob für die Vielfalt – und doch fehlt Einiges
Nächster Artikel
Sehnsucht nach der Heimat bleibt

DLRG-Rettungsübung für angehende Lehrtaucher und Multiplikatoren am Eckernförder Strand: Marco Diederich (links) und Janko Lucks bringen Sven Leipold ans Ufer.

Quelle: Jan Torben Budde

Eckernförde. Zehn angehende Lehrtaucher und Multiplikatoren (Ausbilder dieser Ausbilder) aus dem Bundesgebiet legten am vergangenen Wochenende in Eckernförde ihre Prüfungen ab. Wahrlich kein Zuckerschlecken.

Es nieselt, und die Ostsee ist noch kühl. Trotzdem steigen die Einsatztaucher voll ausgerüstet ins Wasser. Einige Strandspaziergänger beobachten die praktische Prüfung mit großem Interesse. „Bei einem Tauchgang gibt es Komplikationen“, fasst Michael Schnurbus aus Eckernförde, DLRG-Bundesbeauftragter für das Tauchwesen und Mitglied der fünfköpfigen Prüfungskommission, das Szenario der Rettungsübung kurz zusammen. Ein Prüfling wird erschöpft an Land gezogen und wiederbelebt – alles simuliert. Ebenso ist handwerkliches Geschick gefragt: An einer Werkbank müssen Holz- oder Metallstücke gesägt werden. Alles geschieht unter den kritischen Blicken von Schnurbus und den Kommissionskollegen.

Nach seinen Worten trudelten die Prüflinge bereits am Mittwochabend im DLRG-Landeszentrum im Ostseebad ein. Sie mussten eine theoretische Prüfung ablegen und Vorträge mit medizinischem, physikalischem oder technischem Hintergrund halten. Die Vorbereitungszeit für angehende Lehrtaucher liegt dem 54-Jährigen zufolge bei zwei- bis zweieinhalb Jahren, Multiplikatoren brauchen noch länger.

Ein Ausbilder für Ausbilder möchte Sven Leipold aus Berlin werden. Er ist seit 30 Jahren bei der DLRG, 20 Jahre Einsatztaucher und elf Jahre Lehrtaucher. Warum? „Weil es Spaß bringt“, lobt der 45-jährige Ingenieur die „tolle Gemeinschaft“. Leipold hat schon arge Einsätze auf der Havel erlebt, als Beispiele nennt er gekenterte Segelboote, umgekippte Kanus oder brennende Schiffe. Die Prüfung in Eckernförde bezeichnet er als durchaus anstrengend, zumal die Besprechungen mitunter bis ein oder zwei Uhr nachts dauerten. „Ausbilder müssen ihr Wissen so vermitteln, dass die Kursteilnehmer alles mit Spaß lernen und das Gelernte dann so weitergeben“, betont Leipold. Laut Schnurbus besteht bei der DLRG noch Bedarf an Einsatztauchern.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Eckernförder Bucht

Schiffspositionen in
der Eckernförder Bucht,
dem NOK & der Ostsee

Sagen Sie es uns!

Vorschläge oder Kritik?
Schreiben Sie
der Redaktion!

Anzeige