9 ° / 1 ° Regenschauer

Navigation:
Traumjob zwischen Leben und Tod

DRF-Hubschrauber Traumjob zwischen Leben und Tod

Wenn er gerufen wird, ist Eile angesagt: der Hubschrauber der DRF Luftrettung. Sebastian Hilliger ist Pilot und fliegt Notärzte zum Einsatz und Patienten ins Krankenhaus. Für ihn ist das Fliegen ein Traumjob. Nun im Sommer ist er noch häufiger im Einsatz.

Voriger Artikel
Kirchen-Kunst mit Bettlaken
Nächster Artikel
Marktgeburtstag-Konzept ging auf

Sebastian Hilliger ist Pilot der Deutschen Luftrettung (DRF), die ihren Sitz in Rendsburg hat. An manchen Tagen geht er mit seinem Rettungshubschrauber „Christoph 42" bis zu zwölf Mal in die Luft.

Quelle: Axel Heimken/dpa

Rendsburg. Der erste Einsatz der Tagschicht beginnt kurz nach Dienstbeginn. Die Besatzung des Rettungshubschraubers „Christoph 42“ wird nach Bordesholm gerufen. Der vermeintliche Rettungseinsatz entpuppt sich als Fehlalarm. Doch anstatt zurück zur Station der DRF-Luftrettung nach Rendsburg zu fliegen, wird die Crew von der Leitstelle nach Plön zu einem schweren Verkehrsunfall umgeleitet.

Rund zwei Stunden später kommt Pilot Hilliger in den Aufenthaltsraum der Station. Er holt sich erst einmal einen Kaffee. Der diensthabende Notarzt und der Notfallsanitäter setzen sich an den vorbereiteten Frühstückstisch, bevor sie sich in die Ruheräume zurückziehen, um ausgeruht für den nächsten Einsatz zu sein.

Hilliger wollte schon immer Pilot werden. Mit etwa 14 oder 15 Jahren habe er ein Berufsinformationszentrum besucht. „Der einzige Vorschlag, der kam, war Pilot bei der Lufthansa“, erinnert sich der 38-Jährige. Die Ausbildungskosten hätten damals rund 250000 DM (etwa 128000 Euro) betragen. „Da waren meine Eltern irgendwie nicht so begeistert.“ Hilliger ging stattdessen zur Marine nach Kiel, wurde dort Hubschrauberpilot, 15 Jahre lang. Dann ist der Kieler zur DRF gegangen, seit 2012 ist er in Rendsburg stationiert.

31 Stationen betreibt die DRF Luftrettung in Deutschland und Österreich, zwei davon in Schleswig-Holstein, in Rendsburg und Niebüll. Zusammen starteten die beiden Helikopter laut DRF von Januar bis Juni zu 1312 Rettungseinsätzen. Die Rendsburger Besatzungen flogen davon 768. Die höhere Einsatzzahl hängt auch damit zusammen, dass „Christoph 42“ auch nachts einsatzbereit ist.

„Man macht zwar schon auf der einen Seite jeden Tag das Gleiche“, sagt Hilliger. „Aber auf der anderen Seite ist es sehr anspruchsvoll, weil wir nie wissen, wo wir landen, was uns erwartet, welchen Landeplatz wir auswählen.“ Das Einsatzspektrum der Luftretter ist vielfältig: Es reicht von einer unterzuckerten Altenheimbewohnerin bis hin zum schweren Verkehrsunfall. „Wenn ein Notarzt vonnöten ist und wir das schnellste Rettungsmittel sind, dann kommen wir.“

Kaffeetasse abgestellt: Nächster Einsatz

10.15 Uhr. Der Pieper meldet sich wieder. Nächster Einsatz. Hilliger stellt die Kaffeetasse auf den Tisch und geht zum Landeplatz auf dem Dach der Station. Er muss der erste sein, die Maschine anlassen. „Das nimmt am meisten Zeit in Anspruch.“ Kurze Zeit später erscheinen Notfallassistent und Notarzt. Drei Minuten später ist der „Christoph 42“ in der Luft.

In Hamdorf (Kreis Rendsburg-Eckernförde) gibt es einen Verdacht auf Herzinfarkt in einer Arztpraxis. Der Patient wird mit dem Rettungswagen in ein Krankenhaus gebracht, die Hubschrauberbesatzung fliegt zurück zur DRF-Station neben dem Rendsburger Krankenhaus. Natürlich werden auch Patienten mit dem Hubschrauber abtransportiert, aber oft ist er ein „Notarztverbringungsmittel“, so Hilliger.

Am Einsatzort selbst passt der Pilot in der Regel auf den rot-weiß lackierten Hubschrauber auf, während Arzt und Sanitäter sich um die Patienten kümmern. Manchmal gehe er hinterher und frage, ob er was holen soll, oder werde angerufen, etwas zu bringen, sagt Hilliger. „Da mache ich so ein bisschen Botengänge. Aber kein Pilot muss das machen.“ Er könne auch einfach im Hubschrauber bleiben, je nach Situation und mentaler Belastbarkeit.

Zwölf Stunden dauert eine Schicht der DRF-Piloten. Tagsüber ist ein Pilot im Einsatz, nach Einbruch der Dunkelheit kommt aus Sicherheitsgründen ein zweiter mit an Bord. In manchen Schichten muss die Crew gar nicht raus, an anderen Tagen sind sie im Dauereinsatz: „Vor Kurzem hatten wir eine Woche mit zwischen neun und zwölf Einsätzen pro Tag“, sagt der Pilot. Im Sommer ist der Heli häufiger im Einsatz, dies liegt auch an den besseren Wetterbedingungen. Ganz anders als im Herbst mit seinen Stürmen. „Das ist dann auch kein Geschenk mehr da oben im Hubschrauber“, sagt Hillinger.

Von Birgitta von Gyldenfeldt

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
KN-online (Kieler Nachrichten)

THW-Liveticker!

Alle THW-Spiele live
online verfolgen. Mit
dem THW-Liveticker

Events: Rendsburg

Veranstaltungen in
Rendsburg. Aktuelle
Termine, News, Infos

Anzeige
Mehr aus Nachrichten aus Rendsburg 2/3