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Sphärische Klangkomplexe voller Licht

Eckernförde Sphärische Klangkomplexe voller Licht

Betörend, mitreißend, zart und dennoch gewaltig – der erste Auftritt des dänischen Studentenchors Muko vom Musikwissenschaftlichen Institut Kopenhagen in der Borbyer Kirche zog dort am Sonnabend unter der Leitung von Nenia Zenana die Besucher mit Haut und Haaren in seinen Bann.

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Fast überirdisch schönes Klangbild: Muko, der Studentenchor des Musikwissenschaftlichen Instituts Kopenhagen verzauberte am Sonnabend unter der Leitung von Nenia Zenana in der Borbyer Kirche sein Publikum.

Quelle: Birgit Johann

Eckernförde. Sich ins Sphärische entwickelnde Klangkomplexe, allein durch die Stimmen der 35 jungen Leute erzeugt, brachten himmlisches Licht in diesen sonst so grauen Maitag.

Und das war auch das Ziel. Eine Reise durch das Dunkel und ins Licht lautete die Überschrift, unter der Nenia Zenana die 16 dargebotenen Liedtitel zusammengestellt hatte. Das Samenkorn in der Erde strebt zur Sonne. Diese vermittelte aber schon mal gleich nach dem ersten Stück, Min Jesus lad von Carl Nielsen, einen Eindruck von ihrer allumfassenden Strahlkraft: Lux aurumque von Eric Whitacre, virtuos und bis ins Letzte gefühlvoll vorgetragen, hielt kurz die Welt des ahnungslosen Publikums an und verzauberte es wie eine wunderschöne Naturerscheinung. Da keine Programme verteilt worden waren, hatte niemand mit dem goldenen Licht rechnen können. Umso mehr wurde es anschließend mit Beifall gewürdigt. Nicht nur Skandinavier, sondern auch Deutsche wissen schließlich die Wiederkehr des Lichts nach langem Finsterwinter besonders zu schätzen. „Und nach dem Dunkel kommt die Gnade“, erinnerte die Chorleiterin, die das große „Instrument“ aus menschlichen Stimmen mit fließenden Bewegungen so einfühlsam steuerte.

Zum Abschluss des ergreifenden Konzerts segneten die jungen Sänger in der Kirche verteilt ihre Gäste mit John Rutters The Lord Bless You and Keep You.

„Bezaubernd“, sagte eine gerührte Besucherin beim Rausgehen. Eine andere, Maria Geigenberger aus Hamburg, fand: „Das öffnete Herzen.“

Zu verdanken ist das Konzert Johanna Ewald aus Eckernförde, die im Chor mitwirkt. „Ich dachte, ich bringe ihn mal mit nach Hause“, erklärte die Studentin lächelnd. Eine gute Idee – und hoffentlich nicht zum letzten Mal Wirklichkeit geworden.

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