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Schillernde Umweltpolizei

OIC Eckernförde Schillernde Umweltpolizei

Das Ostsee-Info-Center (OIC) ist eine der wenigen Einrichtungen im Norden, denen es gelungen ist, Ohrenquallen zu züchten. Derzeit schwebt der Nachwuchs durch den Quallenkasten im Eckernförder Meereszentrum. Im bläulichen Licht leuchten die fragilen Schirmchen der kleinen Medusen magisch auf.

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Im magischen Licht leuchten die kleinen Medusen auf. Dem Ostsee-Info-Center ist es gelungen, sie fortzupflanzen.

Quelle: Christoph Rohde

Eckernförde. „Wir sind der Natur etwa vier Wochen voraus“, sagt Meeresbiologin Sandra Piepiorka, die gemeinsam mit OIC-Techniker Marco Knaup die Quallenzucht aufgebaut hat. Da sich die Tiere auf ungewöhnliche Weise entwickeln, ist hier besondere Sorgfalt gefragt. Aus den Eiern, die die Quallen ins Meer entlassen, entstehen zunächst mikroskopisch kleine Larven. Sie verankern sich auf hartem Untergrund wie Steinen oder Muscheln und verwandeln sich dort zu Polypen, die sich von Plankton ernähren. Der Wechsel von Temperatur und Nahrungsangebot vom Winter zum Frühjahr veranlasst den Polypen, Scheibchen von seinem Kopf abzuschnüren. So entstehen neue, stecknadelkopfgroße Babyquallen.

 Den Polypen den Übergang zum Frühling vorzugaukeln, ist eine der großen Herausforderungen der Quallenzucht. „Anfangs haben wir im Kühlschrank den Winter simuliert“, erzählt Sandra Piepiorka. Inzwischen verfügt das OIC dafür über eine eigene Anlage mit Temperaturregelung. Auch das Nahrungsangebot muss entsprechend gesteuert werden. Die Babyquallen, Ephyren genannt, benötigen zudem Bewegung im Wasser. So wurde ein kleines, durchströmtes Quallenbecken gebaut. Mit Salinenkrebschen werden sie gefüttert, bis sie in das große Quallenbecken umgesetzt werden können. Quallen gehören zu den Tieren, die in kürzester Zeit die größte Größenzunahme erreichen. Ihr besonderes Geheimnis: die Einlagerung von Wasser, aus dem sie zu 98 Prozent bestehen.

 Ziel der Zucht ist es, dass das OIC ganzjährig Quallen zeigen kann. Die meisten Aquarien, die Quallen präsentieren, entnehmen sie dem Meer. Nur wenige treiben den Aufwand, sie zu züchten. Dafür ist es in Eckernförde möglich, die verschiedenen Stadien der Quallenentwicklung mitzuerleben. Die 600 Millionen Jahre alte Spezies ist bei Schwimmern zwar unbeliebt, „hat aber eine wichtige Funktion“, erläutert die Meeresbiologin. Quallen sind eine Art „Umweltpolizei“, die wegfrisst, was zu viel an Plankton im Wasser schwebt. Und sie sind faszinierende Lebewesen, die sogar Augen besitzen, Lichtsinnesorgane, die Hell und Dunkel unterscheiden können.

 Um Nachwuchs geht es im OIC über Ostern auch bei anderen Meeresbewohnern. So startet zu den Feiertagen eine Eier-Rallye: Die Besucher können in den Aquarien Glasfläschchen mit Fisch- und Krabbeneiern aufspüren und raten, zu welcher Art sie gehören. Nebenbei gibt’s Wissenswertes über Seehase, Dorsch, Seestern, Strandkrabbe & Co.

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Christoph Rohde
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