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Das große Heulen und Wummern

„Car-Freitag“ in Rendsburg Das große Heulen und Wummern

Aus den Stereoanlagen der aufgemotzten Autos auf dem Parkplatz im Rendsburger Eiderpark wummerten die Bässe und die Motoren heulten satt auf, wenn der Gasfuß das Pedal versenkte. Am Sonntag war für Autotuner aus ganz Schleswig-Holstein ihr „Car-Freitag“.

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„Der fährt sich wie ein Go-Kart“: Patrick Barkholz (32) aus Kiel hat seinen Käfer von 1972 aufgemotzt.

Quelle: Sven Janssen

Rendsburg. Den traditionellen Saisonauftakt, üblicherweise am Karfreitag, hatte man in diesem Jahr in den April verlegt, weil viele der Saisonkennzeichen erst ab diesem Monat gelten.

 Bevor das große Schaulaufen auf dem Parkplatz beginnen konnte, mussten die oft tiefergelegten PS-Protze in eigensinniger Optik erst mal zur Kontrolle. Das Polizei-Bezirksrevier Rendsburg hatte sich Unterstützung von sachkundigen Kollegen aus dem ganzen Land geholt und checkte von 6 bis 15 Uhr mit 50 Beamten 434 Fahrzeuge.

 „Wir haben fast alle selbst getunte Fahrzeuge und kennen uns aus“, sagte Polizeioberkommissar Sebastian Warnke, während er sich mit Kollegen den Golf III Manuel Buster aus Kropp vornahm. Mit Flügeltüren ein echter Exot. „Ich habe vor zwei Wochen noch TÜV bekommen, die hatten nichts zu beanstanden“, sagt der Halter. Am Ende muss er seinen Wagen stehenlassen. Türen ohne Türgriffe, ein fehlender Hinweis, wie eine Notöffnung möglich ist, und ein zu lauter Auspuff beendeten die Fahrt.

 „15 weitere Fahrzeuge mussten an diesem Tag wegen gravierender Mängel oder fehlender Betriebserlaubnis noch stillgelegt werden“, sagt Polizeisprecher Sönke Hinrichs. Gegen 39 Fahrer wurden Ordnungswidrigkeitenanzeigen gefertigt, in 73 Fällen Verwarnungsgeldangebote ausgestellt. 137 Fahrer erhielten einen Kontrollbericht wegen fehlender Ausrüstungsgegenstände oder Fahrzeugmängeln.

Hier finden Sie Fotos vom Carfreitag 2016 in Rendsburg.

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 Wer die Kontrolle hinter sich hatte, konnte sich auf dem Parkplatz einreihen. Dicht an dicht standen gut 750 Fahrzeuge, die von den gut 1500 Besuchern bewundert wurden. Catja Petersen (30) hat sich in ihrem Hundai I30CW eine Minions-Welt geschaffen. „Mein Freund hat mich mit dem Tuningvirus infiziert“, sagte sie. Der stand mit seinem Honda CRX daneben. „Ich habe mir eine 7000 Watt Musikanlage eingebaut.“ Gut 10000 Euro hat er in den Wagen investiert und dabei mit neuem Auspuff, Luftfilter und Einspritzanlage noch ein paar PS mehr aus dem Motor gekitzelt.

 Patrick Barkholz hat seinen Oldtimerkäfer getunt. Statt 44 bringt der jetzt 62 PS auf die Straße. „Der fährt sich wie ein Go-Kart“, sagt er, vor allem die Optik stehe für ihn im Vordergrund. Für Calvin Emovan (24) zählt Leistung, seinen 60-PS-Golf hat er mit neuem Motor leistungsmäßig fast verdreifacht, eine Musikanlage ist an Bord und Bildschirm samt Playstation fürs Zocken im Kofferraum.

 Andere haben noch weit mehr PS zu bieten, das reizt zum Ausprobieren. Doch waghalsige Fahrmanöver illegale Straßenrennen bleiben aus, seit die Polizei vor sechs Jahren mit den Kontrollen begonnen hat.

 Gerast wurde dennoch. Von 3000 gemessenen Fahrzeugen waren 74 zu schnell unterwegs, viermal wurde ein Fahrverbot verhängt. Die Spitzenreiter: Auf der B202 wurde ein Pkw mit 162 km/h geblitzt, wo 100 erlaubt waren.

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