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Kampf mit Kalkül um eine Frau

Deichart in Molfsee Kampf mit Kalkül um eine Frau

Das Theater-Ensemble Deichart überzeugte am Sonntag mit dem Zwei-Personen-Kammerspiel „Darüber reden“ im Kulturforum in Molfsee. Oliver und Stuart geraten auf der Bühne in ein verzwicktes Verhältnis. Und es geht um eine Frau. Oder vielmehr um ihren Marktwert. Ein intensiv wirksames Kammerspiel.

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Der Blender und der Bedenkenträger: Eirik Behrend (links) und Matisek Brockhues von der Gruppe Deichart brillierten im Zweipersonenstück „Darüber reden“.

Quelle: Beate König

Molfsee. Die Beziehung zwischen den beiden Männern Stuart und Oliver scheint anfangs klar im Stück Darüber reden, das die Gruppe Deichart in einer kräftig beklatschten, brillant intensiv gespielten Aufführung im Kulturforum in Molfsee zeigte. Die beiden Männer sind fast beste Freunde. Aber eben nur fast.

 Der Blender Oliver nutzt den schüchtern sensiblen Stuart aus. Stewarts Liebe zu Gillian, die im Zweipersonen-Stück, das Franziska Steiof aus einem Bestsellerroman von Julius Barnes für die Bühne zuschnitt, niemals auftaucht, wird zum Auslöser eines Kräftemessens. Als Rivalen kämpfen die ehemaligen Freunde mit Kalkül um die Liebe der Frau. Aber nicht sie ist gemeint, sondern ihr Marktwert, der sich wie bei einer Ware an der Nachfrage bemisst. Darin sind sich beide einig.

 Ein zynisch-reales Szenario, dem Eirik Behrendt als Oliver und Matisek Brockhues als Stuart mit darstellerischem Gespür bis in den feinstofflichen Bereich dreidimensionale Tiefe geben. Wie Ebbe und Flut spielen sie den ewigen Wechsel der starken und schwachen Phasen ihrer Figuren aus. Miteinander, gegeneinander, allein.

 Wie zufällige Nachbarn an einer Bar werden die Zuschauer in die Geschichte der in ihre Beziehung verstrickten Freunde mitgenommen, erleben Stationen, in denen sich Schulkumpels in Feinde verwandeln, mit. Zum Beispiel Oliver als Wrack, das sich, von der Liebe zur unerreichbaren Frau des besten Freundes zerstört, verzweifelt am Boden windet. Stuart dagegen: Souverän, mit dem zufriedenen Lächeln des Liebenden. Oliver, der sich öffnet, alle Vorbehalte fahren lässt und mit einer anbetungswürdig zärtlichen Version des Chansons If you go away Sympathiepunkte einheimst. Dann Stuart, der mit versteinerter Geschäftsmann-Miene die Lage analysiert, um seine Rache am Freund, der ihm die Frau ausspannte, zu planen. Ein eiskalter Unsympath.

 Fazit des jede Sekunde intensiv wirksamen Kammerspiels: Dem Team ist darstellerisch ein Doppelsieg gelungen – soweit es den unter Rivalen geben kann.

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