23 ° / 10 ° wolkig

Navigation:
Protest gegen Atommüll

Deponie Schönwohld Protest gegen Atommüll

100 Menschen protestierten am Sonntagmittag in Schönwohld gegen die vom Kieler Umweltminister Robert Habeck (Grüne) geplante Entsorgung schwach radioaktiver Abfälle, die beim Rückbau der Atomkraftwerke Krümmel und Brunsbüttel anfallen, in der Deponie vor ihren Haustüren.

Voriger Artikel
Pkw fährt gegen Straßenlaterne: Hoher Schaden
Nächster Artikel
Vierbeiner übernahmen das beliebte Freibad

Beim Aktionstag bemalten die Teilnehmer ein Transparent mit der Botschaft "Kein Atommüll in Schönwohld".

Quelle: Frank Scheer

Achterwehr. Die Familien und Aktivisten der Bürgerinitiative malten ein Transparent und ließen Luftballons in den Himmel steigen. Der Protest verlief friedlich. Die Menschen haben Angst. Sabine Laumert beispielsweise wohnt seit über 20 Jahren nur wenige Meter von der bestehenden Deponie entfernt. „Natürlich mache ich mir Sorgen um die Zukunft“, erzählte sie. Sie finde es erstaunlich, dass ein grüner Minister solche Pläne hat. Früher wäre er gegen so etwas auf die Straße gegangen.“ Ihrer Meinung nach sollte er mal aufs Volk hören.

Das Kieler Umweltministerium plant, die schwach radioaktiven Abfälle in sieben Deponien, darunter ist neben Schönwohld auch Großenaspe vorgesehen, zu verteilen. Stefan Marxen, Sprecher der Bürgerinitiative gegen den Atommüll, sieht aber Habecks Weg gescheitert. Er kann auch überhaupt nicht verstehen, dass der Minister keinen Dialog sucht. „Mit uns will er nicht reden. Nur mit den kommunalen Spitzenverbänden, aber die lehnen seinen Plan auch ab.“

 Das Problem sei, dass es in der vom Land erarbeiteten Entsorgungsvereinbarung keine Richtlinien darüber gebe, wie der Abfall behandelt werden müsse. „Das macht die Deponie in Eigenregie. Bei Asbest wird detailliert vorgeschrieben, dass er eingepackt werden muss. Bei uns soll der schwach radioaktive Müll einfach abgekippt werden“, formulierte es Marxen drastisch. Es geben Alternativen sowohl beim Rückbau der Atomkraftwerke als auch bei der Lagerung des Mülls.

 Die Luftballonaktion ist symbolisch zu verstehen. „Die radioaktiven Teilchen werden doch vom Wind weitergetragen, ins gesamte Umland.“ An die 150 mit Helium gefüllten Ballons aus Naturkautschuk heften die Aktivisten eine Infopostkarte, auf der auf das Problem aufmerksam gemacht wird. „Jeder Finder soll wissen, dass der Ballon für die unsichtbare Strahlung genau am Fundort stehen könnte“, betonte der Sprecher der Bürgerinitiative. Bei der Mitmachaktion wurde auch ein riesiges Transparent „Kein Atommüll in Schönwohld“ gemalt.

Die Bürgerinitiative hofft aber weiter auf den Dialog. „Wir werden mit dem Atomkraftbetreiber Vattenfall sprechen. Ein Besuch in Brunsbüttel ist geplant“, berichtete Mitglied Ute Hoffmann. Außerdem treffen sich alle sieben für eine Deponierung betroffene Orte am 29. September in Schönwohld, um die Lage und das weitere Vorgehen zu besprechen. Als grundsätzlich geeignet für die Lagerung gelten neben Schönwohld und Großenaspe sowie Damsdorf/Tensfeld (Kreis Segeberg), Balzersen in Harrislee, Gremersdorf (Ostholstein), Wiershop (Herzogtum Lauenburg) und Niemark (Lübeck). Eine Anordnung des Landes für die Deponierung wäre der Worst Case, so Stefan Marxen. Dann würde sich der Protest deutlich verstärken.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Eckernförder Bucht

Schiffspositionen in
der Eckernförder Bucht,
dem NOK & der Ostsee

KSV-Liveticker!

KSV-Spielstand online
verfolgen, mit dem
KN-KSV-Liveticker

Anzeige
Mehr zum Artikel
Deponie Schönwohld
Foto: Zum ersten Deponietreffen kamen mehrere Initiativen aus Schleswig-Holstein nach Schönwohld, um ihren Widerstand gegen die Einlagerung von Müll aus Atomkraftwerken zu bündeln.

Gegen die geplante Einlagerung von Müll aus Atomkraftwerken (AKW) laufen Bürger und Gemeinden seit Mai Sturm. Dabei ist es längst gängige Praxis gewesen, sogenannte freigemessene Abfälle wie etwa Bauschutt im Lande einzulagern – auch auf der Kieler Deponie in Schönwohld.

Kostenpflichtiger Inhalt mehr
Mehr aus Nachrichten aus Rendsburg 2/3