23 ° / 12 ° Regenschauer

Navigation:
Ein Mittelpunkt im Abseits

Nortorf Ein Mittelpunkt im Abseits

Der geografische Mittelpunkt Schleswig-Holsteins zu sein, damit wirbt die Stadt Nortorf gerne. Doch wer dort ortsfremd ist, dem fällt es gar nicht so leicht, den Mittelpunkt im Ortsteil Thienbüttel überhaupt erst zu finden. Erste Ideen, dieses kleine Fleckchen Erde, das von einem runden Stein markiert wird, attraktiver zu gestalten, wachsen.

Voriger Artikel
Mehr Arbeitslose zum Sommer
Nächster Artikel
Schlussspurt am Musikkeller

Die Touristinnen Isabel Stückrath (links) und Julia Schnittger hätten vom geografischen Mittelpunkt des Landes mehr erwartet.

Quelle: Nora Saric

Nortorf. Zwei Touristinnen haben gesucht und sind am Ende des Feldwegs, der von der Rendsburger Straße stadtauswärts in Richtung Brammer abgeht, fündig geworden. Isabel Stückrath aus Hamburg und Julia Schnittger aus Hessen sind auf Empfehlung eines Freunds für ein paar Tage im Nortorfer Land unterwegs. Von dem schlichten Stein, der den Mittelpunkt markiert, zeigen sie sich allerdings nicht besonders beeindruckt. „Ich kann es gar nicht genau sagen“, meint Julia Schnittger. „Irgendwie habe ich mehr erwartet.“ Zuerst wollte sie mit dem Auto erst gar nicht in den schmalen Weg abbiegen, weil sie befürchtete, nicht wenden zu können. „Aber jetzt waren wir immerhin einmal hier“, sagt Isabel Stückrath. Die beiden Freundinnen wenden sich schon nach ein paar Minuten wieder ab und gehen zum Wagen.

 „Ein bisschen mehr könnte dort schon getan werden“, findet auch Jürgen Lucht, Vorsitzender des Tourismusvereins Naturpark Westensee und Nortorfer Land. Für größere Maßnahmen fehle allerdings das Geld, der Vereine sei angewiesen auf die Zuschüsse aus öffentlicher Hand. „Das ist außerdem das Hoheitsgebiet der Stadt Nortorf“, macht Lucht deutlich. „Die haben das ja damals auch angelegt.“ Am 17. Mai 2001 hatte der damalige Bürgermeister Hans-Helmut Köppe offiziell den Stein am Mittelpunkt enthüllt. Der NDR hatte die Stelle derzeit vom Landesvermessungsamt ermitteln lassen.

 Brigitte Oeltzen, Mitarbeiterin des Vereins Tourismus Mittelholstein, meint, der Mittelpunkt hätte mehr Potenzial, das touristisch und zur Stärkung der Region ausgebaut und genutzt werden könnte. „Zum einen wäre es nützlich, wenn der Mittelpunkt schon in Nortorf besser ausgeschildert werden würde. Das fehlt. Und auch das Schild vorne an der Straße ist wirklich klein und wenig auffällig“, beschreibt sie ihre ersten Gedanken. Infotafeln könnten aufgestellt werden, womöglich im Rund um den Stein herum. Sie stellt sich ein Karte Schleswig-Holsteins vor, auf der erläutert werden könnte, wie der Punkt errechnet wurde. Rundherum könnten weitere Tafeln in der entsprechenden Himmelsrichtung auf andere Sehenswürdigkeiten in den Naturparks hinweisen, spekuliert Oeltzen weiter.

 „Aber das kostet natürlich Geld“, betont sie. Finanzierungsmöglichkeiten gebe es bestimmt. Für die müsse allerdings ein konkreter Plan mit Kostenschätzung und Finanzierungsmodell ausgearbeitet werden. Sie glaubt an die Möglichkeit, Fördermittel über die Aktivregion oder aber über den EFRE-Topf, den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung, einwerben zu können.

 Brigitte Oeltzen plant, die Tourismusvereine Aukrug und Westensee sowie die zwei Naturpark-Vereine zusammen mit der Stadt für eine erste Ideensammlung an einen Tisch zu holen. So ein Treffen, findet auch Jürgen Lucht, wäre schon mal ein Anfang.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Sagen Sie es uns!

Vorschläge oder Kritik?
Schreiben Sie
der Redaktion!

Testen Sie die KN

Digitales Abo, ePaper,
klassische Tageszeitung
online buchen & testen!

Anzeige
Mehr aus Nachrichten aus Rendsburg 2/3