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DRK feiert 100-jähriges Bestehen

Kronshagen DRK feiert 100-jähriges Bestehen

Urkunden und Fotos aus der Anfangszeit des Deutschen Roten Kreuzes in Kronshagen sind nicht überliefert. Bekannt ist nur das Gründungsjahr. „Unser Ortsverein wurde 1915 als Vaterländischer Frauenverein Kronshagen gegründet“, sagt Vorsitzender Reinhard Müller. Grund genug, das Jubiläum zu feiern: am kommenden Sonnabend, 4. Juli, von 10 bis 17 Uhr lädt das DRK zu einem Tag der offenen Tür und der Sicherheit in den Stützpunkt am Bahnhofsweg ein.

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Laden zur Jubiläumsfeier in den DRK-Stützpunkt ein: Vorsitzender Reinhard Müller (rechts) und Stellvertreter Bernhard Rühl.

Quelle: Torsten Müller

Kronshagen. Es waren die vielen Verwundeten während des Ersten Weltkrieges, die vor 100 Jahren auch in Kronshagen zur Gründung eines Vaterländischen Frauenvereins führten. Diese Vereinigungen, die vor allem Lazarette betrieben, waren die Vorläufer der Frauenvereine des Deutschen Roten Kreuzes – aus ihnen entwickelten sich später die Rotkreuz-Schwesternschaften. „Die Eigenständigkeit der Frauenvereine endete nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten durch das DRK-Gesetz von 1937“, weiß Reinhard Müller. Damit seien auch die Grundsätze der Menschlichkeit, der Unparteilichkeit und Neutralität über Bord gegangen. Die Verbindung mit dem NS-Staat führte nach Endes des Zweiten Weltkrieges zur Auflösung und späteren regionalen Neugründung des DRK.

 In Kronshagen ging es 1948 wieder los. Aber auch darüber gibt es keine Unterlagen mehr. Der Aufschwung des Ortsvereins in den 60er Jahren ist im Wesentlichen mit einer Person verbunden: Udo Gidde. Kurz nach seinem Eintritt hob er 1965 die Bereitschaft, die Menschen bei Katastrophen oder Bränden betreut, aus der Taufe. Die von Florian Hübner geleitete Abteilung feiert in diesem Jahr ihr 50-jähriges Jubiläum. Gidde stand von 1967 bis 2004 an der Spitze des DRK; Reinhard Müller folgte ihm nach.

 Anfang der 70er Jahre wurde das „Kaufhaus ohne Kassen“, die Kleiderkammer, eingerichtet, in der sich Bedürftige mit Kleidung und Haushaltswaren ausstatten können. Die Kammer war zunächst im Dachboden des ehemaligen Kreisgesundheitsamtes in der Kopperpahler Allee 54 untergebracht war. Die Leitung liegt seit Jahrzehnten in Familienhand: Elfriede Muus übergab sie an Tochter Ingrid Wittorf. „Wir übernehmen weiterhin die Erstausstattung für Asylsuchende“, sagt Müller.

 1975 lud das DRK zum ersten Wohltätigkeitsball. 29 Jahre lang half die Festivität mit, die Aufgaben des DRK zu finanzieren. Die Erlöse machten 1979 auch den Kauf des Bahnhofsgebäudes möglich. Es wurde zum DRK-Stützpunkt ausgebaut und bündelte die bis dahin über Kronshagen verstreuten Aktivitäten an einem Ort: Dazu gehörten auch Blutspende, Seniorengymnastik, Besuchsfreunde-Ausbildung sozialpsychiatrischer Dienst und die Hilfstransporte zunächst nach Weißrussland, später nach Litauen. 1995 erhielt der Stützpunkt einen Anbau für die Unterbringung von Aussiedlern. Jetzt sind die sieben Räume mit Flüchtlingen besetzt. Mitte der 80er Jahre verzeichnete der Ortsverein mit 1053 Mitgliedern den Rekord, derzeit sind es etwa noch 350, darunter rund 30 Aktive.

 Das 100-Jährige feiert das DRK am Sonnabend zusammen mit der freiwilligen Feuerwehr, der Polizei und der DLRG. Neben Einsatzfahrzeugen ist auch die Feldküche der Bereitschaft vor Ort.

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Ein Artikel von
Torsten Müller
Redaktion Holsteiner Zeitung

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