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Die Milchkühe kehren zurück

Lindhof Die Milchkühe kehren zurück

Erst mal richtig laufen. Im Kuhgalopp nahmen Mittwochvormittag Jersey-Rinder ihren neuen Stall auf dem Versuchsgut Lindhof in Noer in Beschlag. Mit dem Umtrieb der Tiere läuft im Betrieb der Kieler Christian-Albrechts-Universität nun sichtbar das Forschungsprojekt „Ökoeffiziente Weidemilcherzeugung“ an. Gut 1,3 Millionen Euro werden dafür investiert.

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81 Kühe sind in den neuen Stall auf dem Versuchsgut Lindhof umgezogen. Betriebsleiterin Sabine Mues versorgt die gerade umgetriebenen Kühe mit Heu.

Quelle: Rainer Krüger

Noer. Gegen 9.30 Uhr sind die Lockfähigkeiten von Herdenmanager Henning Jensen gefragt. Mit guten Worten und schließlich einem Büschel Heu in der Hand versucht er, die Kühe aus ihrem bisherigen Stall zu bekommen. Gut 50 Meter müssen sie bis zu ihrem neuen Domizil laufen. Dazu ist die Passage mit einem Gitterzaun gesichert. Schließlich wagt sich das erste Rindvieh nach draußen. Andere folgen. Schließlich trottet die erste Gruppe von gut 20 Tieren hinter Jensen her. Zunächst vorsichtig betreten die Kühe die mit einer wenige Millimeter dicken Schneeschicht bedeckte Betonplatte vor dem Stall. Gemächlich schreiten sie das Gebäude der Länge nach ab, drehen dann um und beginnen nun auf und ab zu laufen. Ähnlich passiert es unter Dach. Nur dass die Kühe das dort liegende Stroh aufwerfen und es später dann fressen.

 „Nach über 45 Jahren Pause wird bald wieder auf dem Lindhof gemolken“, verrät Betriebsleiterin Sabine Mues. Der Stichtag für den Melkstart steht theoretisch schon. „Am 15. Februar soll die erste Kuh kalben“, blickt Mues voraus. „Beim Projekt geht es darum, mit möglichst wenig Kraftfuttereinsatz Milch zu erzeugen“, erklärt Jensen. Angelehnt an das irische Modell sollen die Tiere möglichst lange auf die Weide und Gras fressen. „Das heißt etwa von März bis November“, so Mues. Auch wenn es auf dem Lindhof doch mal Kraftfutter gibt, wird dabei auf den ökologischen Aspekt geachtet. „Wir nehmen dann geschrotetes Getreide vom eigenen Betrieb“, sagt Nues. Auch dass im neuen Stall mit Stroh gestreut wird, passt zur ökologischen Betriebsführung auf dem Lindhof. „Der so entstehende Mist kommt als Dünger auf die Felder. So gibt es einen Kreislauf zwischen Ackerbau und Milchviehhaltung“, stellt Jensen heraus. Er ist im Rahmen des Projekts neu auf den Lindhof gekommen. Damit sind auf dem Betrieb nun zehn Mitarbeiter tätig. Der im Stall befindliche Melkstand ist für 16 Tiere ausgelegt. Durch Chips, die sie um den Hals tragen, werden die einzelnen Kühe von der dazugehörigen Software erkannt.

 Allein für die Forschung wird auf dem Lindhof nicht produziert. „Wir liefern die Milch an einen Biobetrieb, die Gläserne Molkerei in Dechow“, so Mues. Dort werden die Noerer Lieferungen auch zu Butter und Käse verarbeitet. Mues ist das recht, denn „mit bis zu sechs Prozent ist Jersey-Milch sehr fettreich“. rik

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