27 ° / 11 ° heiter

Navigation:
Dampflokomobile im Einsatz

Haßmoor Dampflokomobile im Einsatz

Über 100 Jahre alte Technik wurde auf einem Feld bei Haßmoor präsentiert. Die Technikfreunde hatten Dampflokomobile aus Holland und Süddeutschland eingeladen.

Voriger Artikel
Stadtwette souverän gewonnen
Nächster Artikel
Landestheater putzt sich raus

Fowler AA4 von 1909 ist 21 Tonnen schwer, mit ihr können Pflüge gezogen sowie Sägewerke oder Dreschmaschinen angetrieben werden.

Quelle: Sven Janssen

Haßmoor . Der Geruch von Öl und brennendem Holz waberte an diesem Wochenende über Haßmoor und zog Technikbegeisterte auf die Felder. Das erste Dampffestival lockte mit großen Dampflokomobilen, die angefeuert ihre Arbeit verrichteten. „Die zehn großen Maschinen kommen aus dem Süden und aus Holland“, sagte Veranstalter Hans-Jürgen Ehlers von den Technikfreunden Haßmoor. In Schleswig-Holstein gebe es nur noch marode Dampflokomobile, so dass man sich an Vereine jenseits der Landesgrenzen gewandt habe, um funktionierende Technik zu präsentieren.

 Chris Bimmel ist mit seinem Dampflokomobil „The Minneapolis“ aus Holland gekommen. 2000 Liter Wasser hat das zehn Tonnen schwere Ungetüm in seinem Bauch, ein Raummeter Holz wird gebraucht, damit es einen Tag läuft. Mit 70 PS kann es fahren oder aber technische Geräte, wie beispielsweise ein Sägewerk, antreiben. Zwei Jahre hat Bimmel die 1911 gebaute Dampfmaschine restauriert. „Auch jetzt muss man im Betrieb immer noch Hand anlegen“, sagte er und schraubte weiter an einem Lager des Sägewerks von 1936. In 20 Minuten arbeitete sich die Säge rund fünf Meter weit durch das noch feuchte Eichenholz.

 „Für mich ist es ein großer Spaß, die Maschinen laufen zu sehen“, sagte Ehlers. Rund 40000 Euro hat der 76-Jährige investiert, um so manches Schmuckstück am Wochenende nach Haßmoor zu holen. „Wir wollen die Technikkultur aufrechterhalten“, erklärte Hans Koch (67), der einige Dampfmaschinen ausstellte.

 Währenddessen pflügte Wolfgang Ahlers mit zwei PS und einem Sackpflug durch das Feld. Seine beiden Haflinger gehorchten aufs Wort und es war Augenmaß und Geschick gefordert, um auch die letzte Furche gerade hinzubekommen. Das Gespann repräsentierte in Haßmoor eine frühere Epoche, allerdings waren Pferdegespanne und Lokomobile vielerorts auch zeitgleich im Einsatz.

Hier sehen Sie Bilder vom Dampffestival in Haßmoor

Zur Bildergalerie

 Nur ein paar Meter weiter, abseits des Idylls, verrichteten mit der Fowler AA4 zwei Stahlungetüme die gleiche Arbeit. Jeweils 21 Tonnen schwer und mit je 175 PS ungleich stärker. Das Maschinenpaar, das pro Tag vier Tonnen Kohle verfeuert, zog zwischen sich einen Kipp-Pflug hin und her. „Fünf Mann sind für die Arbeiten mindestens nötig“, erzählte Achim Gold, Vorsitzender des Vereins historische Dampftechnik Kirchheim unter Teck, der die Maschinen von 1909 restauriert hat und betreibt.

 Zweieinhalb Stunden dauere es alleine, den Wasserkessel auf Temperatur zu bringen und den notwendigen Druck für die Dampfmaschine aufzubauen, um mit den Arbeiten loslegen zu können. „Das wäre heute niemals wirtschaftlich“, so Gold, aber dennoch begeistere die Technik. Gut 600 Liter Wasser pro Stunde schlucken die dampfenden Kolosse, während sie den Pflug an einem ursprünglich 550 Meter langen Stahlseil zwischen sich pendeln lassen.

 Die Begeisterung der Besitzer schug schnell auch auf die Besucher über. „Ich bin begeistert, was es hier zu entdecken gibt“, sagte der Kieler Jan Scheer, der besonders das Zusammenspiel der Dampfmaschinen mit den Geräten spannend fand.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Sagen Sie es uns!

Vorschläge oder Kritik?
Schreiben Sie
der Redaktion!

Eckernförder Bucht

Schiffspositionen in
der Eckernförder Bucht,
dem NOK & der Ostsee

Anzeige
Mehr aus Nachrichten aus Rendsburg 2/3