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Wo Bienen Nahrung finden

Dieter Ludwig hat 30 Völker bei Krogaspe Wo Bienen Nahrung finden

Direkt vor ihrer Haustür tut sich für die Bienen am Ortsrand von Krogaspe ein Schlaraffenland auf. Hektarweise blühender Raps wartet auf die Honigsammler von Imker Dieter Ludwig. Doch die Tracht der Ölpflanzen dauert nur noch zwei bis drei Wochen.

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Die Rapstracht ist für die 20 Bienenvölker von Imker Dieter Ludwig wie ein Schlaraffenland. In den Waben sammeln die fleißigen Insekten reinen Rapshonig.

Quelle: Sven Detlefsen

Krogaspe. Damit die Bienen dann keinen Hunger schieben, hat Landwirt Hans-Jürgen Göttsche mitten durch sein Rapsfeld hindurch einen sechs Meter breiten Blühstreifen gesät.

 Ludwig ist Hobbyimker aus Krogaspe. Seine 30 Völker mit jeweils rund 20000 Bienen stellt er nur auf Feldern von Bauern aus der Gegend auf. Der ehemalige Eisenbahner findet das einfach „umweltgerechter“, als die Bienen weite Strecken zu kutschieren. Läuft in der Saison alles gut, kommen rund 15 Kilogramm Honig pro Volk aus der Schleuder bei Ludwig. Doch nach der Rapsblüte wird es schwer für die Insekten, sich mit Honig zu versorgen: „Lässt man den Bienen nicht genug von ihrem Honig, können sie sogar verhungern.“

 Durch die intensive Bewirtschaftung der Felder und Äckern gebe es für Insekten immer weniger Nahrung in der Landschaft, räumt Hans-Jürgen Göttsche, selbst konventionell wirtschaftender Ackerbauer, ein. In seiner Eigenschaft als Jäger und Leiter des Hegerings Loop ist ihm eine vielfältige Natur aber wichtig. Und so trommelt Göttsche schon seit Jahren dafür, intensiv bewirtschaftete Mais-, Raps- oder Getreidefelder mit Blüh- oder Ackerrandstreifen ökologisch aufzuwerten.

 Dadurch finden Insekten wie die Bienen und Hummeln, die wiederum zur Beute von Vögeln werden, Nahrung. Außerdem bieten angesäte Streifen auch Hasen und Rehen etwas zu fressen und Deckung. In den niedrigeren Blühpflanzen, da spricht der Jäger, seien dann später auch Wildschweine besser auszumachen, als zum Beispiel im hohen Mais. Noch hebt sich der Streifen auf dem Rapsacker erdbraun ab. Doch die ersten Triebe von Senf, Phacelia, Ringelblume, Fenchel, Malve oder Sonnenblume schauen bereits aus dem Boden. „Das ist immer ein tolles Bild, wenn diese bunte Mischung blüht“, sagt Hans-Jürgen Göttsche.

 Auf eigenen Flächen und bei Kollegen hat er bereits über drei Hektar mit der Saatmischung versehen. Dafür müssen die Bauern in diesem Jahr übrigens nichts zahlen. Hintergrund ist eine Zählung der Rebhühner, die einen zurückgehenden Bestand ergeben hat. Die Vögel brauchen die Randstreifen auch als Deckung. Der Landesjagdverband spendiert in einer Sonderaktion des Wildtierkatasters die Saat, und Bauer Göttsche rückt in seinen Hegering-Gemeinden Loop, Schülp und Krogaspe kostenlos mit seiner Drillmaschine an. Der Landwirt muss allerdings den Produktionsausfall auf den angesäten Streifen einkalkulieren. Das hält Göttsche allerdings für eine gute Investition. Die Landwirte sollten freiwillig etwas tun, bevor es ihnen vorgeschrieben wird oder sie im Vertragsumweltschutz mit vielen Auflagen zu kämpfen haben.

 Kostenlos ist für Imker Ludwig übrigens der Platz für 20 Völker am Rapsfeld von Göttsche. „Dafür gibt es eine Kiste frischen Honig“, verspricht der Bienenmann. Die Insekten helfen auch dabei, den Raps zu bestäuben. Rund 20 Prozent dieser Arbeit erledigen sie. Den Rest macht der Wind, wenn es wie in den vergangenen Tagen trocken und sonnig ist.

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Ein Artikel von
Sven Detlefsen
Ressortleiter Holsteiner Zeitung

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