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Nicht alle Dörfer zahlen mit

Drehleiter für Nortorf Nicht alle Dörfer zahlen mit

Fast alle Dörfer im Nortorfer Land hatten in den Gemeindevertretungen dieses Thema bereits auf dem Tisch: die finanzielle Beteiligung am Kauf einer neuen Drehleiter für die Feuerwehr Nortorf. Fünf Beschlüsse stehen noch aus, darunter auch Emkendorf, dessen Bürgermeister der Sache bisher eher ablehnend gegenüber steht.

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Die alte Drehleiter der Nortorfer Feuerwehr, hier bei einer Übung auf dem Marktplatz, muss ersetzt werden, doch nicht alle Amtsgemeinden wollen sich am Kauf beteiligen.

Quelle: Malte Kühl

Nortorf. „Ich halte davon gar nichts“, meinte Emkendorfs Bürgermeister Jochen Runge. Er sieht die finanzielle Beteiligung eher als Zuschuss zum Haushalt der Stadt Nortorf. „Hier geht nichts in unser Eigentum über“, argumentierte er und zweifelte die Rechtsgrundlage an. „Ich kann doch nicht das Geld, das in meiner Gemeinde gebraucht wird, einer anderen schenken. Ich denke, dass ich die Mehrheit der Gemeindevertreter hinter mir habe“, meinte Runge. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass wir das so beschließen werden.“ Neben Emkendorf steht laut Amtsverwaltung noch in Gnutz, Langwedel, Bargstedt und Groß Vollstedt der Beschluss aus.

 In der jüngsten Stadtverordnetenversammlung äußerte sich Nortorfs Bürgermeister Horst Krebs zur Sache: „Nortorf trägt 60 Prozent der Kosten.“ 600000 Euro stehen im Haushalt bereit. „Wir hoffen, dass 40 Prozent die Gemeinden beisteuern. Der jeweilige Anteil berechnet sich nach ihrer Steuerkraft.“ Die Stadt müsse die Beschlüsse der Gemeindevertretungen abwarten. „Wir haben keinen Anspruch darauf, das ist eine freiwillige Leistung des Ortes.“

 In Bokel war die alte Nortorfer Drehleiter zuletzt bei einem Hausbrand im Dezember im Einsatz. „Notwendig ist die Drehleiter allemal, vor allem für die Personenrettung. Wir beteiligen uns solidarisch mit 2000 Euro“, sagte Bürgermeister Ralf Horstmann. Mehr gebe der Haushalt nicht her, die Steuerkraft der Gemeinde sei relativ gering. „Ausgerechnet wurden für uns 6000 Euro.“ Er begründete die Entscheidung damit, dass Nortorf als Unterzentrum über den kommunalen Finanzausgleich zusätzliche Mittel für übergemeindliche Aufgaben bekomme. Auch Jochen Runge führte dieses Argument an, ebenso wie Ellerdorfs Bürgermeister Frank Steinmann: „Wir haben das lange und sehr kontrovers diskutiert. Es könnte heikel werden, wenn uns das als illegale Schenkung ausgelegt würde.“ Doch handele es sich um eine „elementare Anschaffung“, so Steinmann, und um eine „rein solidarische Entscheidung“.

 Etwa eine Million Euro werde Emkendorf im nächsten Jahr für ein neues Feuerwehrhaus und ein neues Fahrzeug in die eigene Feuerwehr investieren müssen, erklärte Jochen Runge. Die Ausstattung aller drei Löschgruppen würde nicht mehr den heutigen Anforderungen der Unfallkasse entsprechen. „Wir sagen nicht, es ist zu teuer oder wird nicht benötigt, sondern nur: Es ist nicht unsere Aufgabe.“

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