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Filmisches Denkmal für Bissee

Skulpturensommer Filmisches Denkmal für Bissee

Mit einem Dokumentarfilm will Elsabe Gläßel die Skulpturenausstellung im Dorf Bissee würdigen. Unter dem plattdeutsch-englischen Titel Dörp meets Art rückt die Bordesholmer Filmemacherin vor allem die Dorfbewohner und die Macher vom Skulpturenverein in den Mittelpunkt.

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Aufnahme läuft: Elsabe Gläßel filmt und Ehemann Dieter Gläßel hält das Mikrofon in Richtung Annette Wettengel, die erstmals Skulpturen in ihrem Garten aufstellen will.

Quelle: Sven Tietgen

Bissee. Mit Kamera und Puschelmikro wird sie außerdem die gesamte Schau begleiten – von der Eröffnung am 21. Mai bis zur Finissage im Oktober. Vorbild für ihren Streifen, der zum 20. Geburtstag der Open Air-Galerie in 2017 Premiere feiert, ist das von einer Koreanerin gedrehte Portrait des Wacken Open Air-Festivals. „Es wird kein Kunstfilm, es geht darum, wie das Dorf mit der Schau umgeht“, erzählte die 60-jährige Regisseurin beim Dreh bei Annette Wettengel. Die Bisseerin, vor elf Jahren in das Dorf gezogen, stellt erstmals ihren Garten für eine Hühner-Installation der Westenseer Künstlerin Christin Karbaum zur Verfügung. Vor laufender Kamera berichtete sie von ihren ersten Ausstellungs-Erlebnissen und der Eröffnung im vergangenen Jahr durch den Kieler Generalmusikdirektor Georg Fritzsch.

 Zunächst auch gemischte Gefühle

„Seine Rede fand ich toll, ich beschloss dort spontan, beim nächsten Mal mitzumachen. Je mehr man von den Künstlern und den Hintergründen weiß, desto mehr versteht man die Kunstwerke“, sagte die selbstständige Schneidermeisterin. In den ersten Jahren in Bissee sorgten die Ausstellungen durchaus auch für gemischte Gefühle. „Es war schon komisch, jeden Morgen im Sommer aus dem Schlafzimmerfenster auf die Objekte zu gucken, die waren ja auch nicht immer toll“, erinnerte sich die 46-jährige Bewohnerin. Unterstützt von Ehemann Dieter Gläßel interviewte die gelernte Apothekenhelferin anschließend Heidger Brandt: Der Lehrer der Neumünsteraner Immanuel-Kant-Schule half den Schülern seiner Kunstklasse beim Aufbau von deren Arbeiten.

Interessante Interviews schon im Kasten

Die Planung für den auf 45 Minuten angelegten Dokumentarfilm startete im vergangenen Herbst. Interviews mit den Ausstellungsmachern Karin Russ, Renate Stamer und Egon Blitza sind bereits im Kasten, auch mehrere Alteingesessene sprachen mit der Filmemacherin. „Einige ältere Herren hatten da interessante Dinge erzählt, die Interviews hatten richtig Spaß gemacht“, sagte Gläßel mit leuchtenden Augen. Dass die Filmförderung Schleswig-Holstein und Hamburg Zuschussanträge ablehnte, hat sie nicht aus der Bahn geworfen: Für die kostenintensiven Schnitt- und Tonarbeiten in einem professionellen Studio konnte sie mehrere Sponsoren aus der Region gewinnen. Vorher gibt es aber noch einige Drehtage: Die Eröffnung wird ebenso dokumentiert wie die Finissage, dazu sind Interviews mit Besuchern geplant.

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Skulpturensommer in Bissee
Foto: "Der Mann in den Wolken" von Peter Lundberg ist ein richtiger Hingucker. Guntmar Thiesfeld findet die neun Tonnen schwere Skulptur schön.

So richtig gewöhnt hat sich Guntram Thiesfeld an „Der Mann in den Wolken“ noch nicht. Der neun Tonnen schwere Koloss aus Beton ummanteltem Stahl steht auf der Pferdekoppel des Bauernhofs seiner Familie an der Eiderstraße 27 in Bissee. Das knapp 15 Meter hohe Kunstwerk des renommierten amerikanischen Bildhauers Peter Lundberg, das ein bisschen an ein überdimensionales X-Chromosom erinnert, spaltet das Publikum im Skulpturensommer 2015. „In der Sonne blitzt die sehr grobe Oberfläche vor dem blauen Himmel, ein bisschen knorrig wirkt es schon.“

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