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Angeklagter streitet alles ab

Doppelmord im Pferdestall Angeklagter streitet alles ab

Der Doppelmord auf einem Pferde-Gnadenhof in Haale (Kreis Rendsburg-Eckernförde) wird ab Mittwoch vor dem Kieler Landgericht verhandelt. Beschuldigter ist ein 29-Jähriger aus Beringstedt. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Mord aus Habgier und Heimtücke vor.

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Nach dem Brand in Haale hatte die Polizei im Pferdestall die zwei Leichen gefunden.

Quelle: Daniel Friederichs/dpa

Kiel/Haale. Die Anklage stützt sich auf Indizien: „Der mutmaßliche Täter ist nicht geständig“, sagt Oberstaatsanwältin Birgit Heß.

Das grausige Verbrechen sorgte im November 2014 bundesweit für Entsetzen: Eine 83-Jährige und ihre 57 Jahre alte Tochter waren nach einem Feuer tot im Pferdestall ihres Hofes am Ortsrand von Haale im Kreis Rendsburg-Eckernförde gefunden worden. Inge S. und Regina F. hatten seit 1998 einen kleinen Gnadenhof für alte und misshandelte Pferde betrieben. Einsatzkräfte der Feuerwehr hatten die toten Frauen bei den Löscharbeiten in der Scheune entdeckt. Nur wenige Tage nach der Bluttat nahmen Fahnder den 29-jährigen Dennis N. fest.

 Tatmotiv soll laut Staatsanwaltschaft ein Streit um knapp 8000 Euro gewesen sein. Das Geld hatte die 57-Jährige demnach für einen gebrauchten Transporter bezahlt, der Angeklagte lieferte aber nicht. Er war allerdings auch nicht in der Lage, das Geld zurückzuzahlen. Als die Frauen Druck machten, soll es zu der Bluttat gekommen sein. Laut Heß erschoss der Beschuldigte zunächst die Tochter, erstach dann deren zur Hilfe eilende Mutter. Um das Verbrechen zu vertuschen, soll der 29-Jährige versucht haben, beide Opfer zu verbrennen. Ein vorbeifahrender Autofahrer bemerkte jedoch das Feuer und rief die Feuerwehr.

 Nach Informationen der Kieler Nachrichten soll nicht nur der Opel Corsa des Angeklagten, der auf dem Gelände des Pferdehofs abgestellt war, die Fahnder auf die Spur des 29-Jährigen gebracht haben: Speziell ausgebildete Spürhunde sollen die Polizei direkt zu dem Tatverdächtigen geführt haben.

 Der Beschuldigte bestreitet den zweifachen Mord. Eine DNA-Spur des Mannes wurde am Tatort nicht gefunden. Auch von den Tatwaffen fehlt jede Spur. Dennoch lässt es die Staatsanwaltschaft auf einen Indizienprozess ankommen. „Es gibt eine Vielzahl von Ungereimtheiten und Widersprüchen, in die er sich verstrickt hat“, betont Heß. Auch das Alibi von Dennis N. sei widerlegt worden. „Nicht ohne Grund ist die Untersuchungshaft vom Oberlandesgericht zweimal wegen dringenden Tatverdachts verlängert worden“, sagt die Behördensprecherin.

 Zwölf Verhandlungstage sind vom Landgericht angesetzt worden. 30 Zeugen sollen befragt werden. Im Fall einer Verurteilung droht dem Angeklagten eine lebenslange Gefängnisstrafe.

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