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Angeklagter bleibt in Haft

Doppelmord in Haale Angeklagter bleibt in Haft

Verfängt sich der Angeklagte im Prozess um den Doppelmord auf einem Pferdehof in Haale in den Indizien? Das Gericht sieht jedenfalls keinen Anlass, den Haftbefehl aufzuheben.

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Wegen des Doppelmordes auf einem Pferdehof in Haale muss sich ein 29-Jähriger vor dem Kieler Landgericht verantworten.

Quelle: Wolfgang Runge/dpa (Archiv)

Kiel . Im Prozess um den Doppelmord an zwei Frauen auf einem Pferdehof in Haale (Kreis Rendsburg-Eckernförde) hat die Verteidigung am Donnerstag eine Schlappe hinnehmen müssen. Auf Anordnung des Kieler Landgerichts bleibt der Angeklagte in Untersuchungshaft. „Das Fortbestehen des dringenden Tatverdachts wurde bisher nicht durch die Beweisaufnahme entkräftet“, sagte der Vorsitzende der Schwurgerichtskammer, Jörg Brommann, am zehnten Verhandlungstag.

Das Gericht wies damit den Antrag der Verteidiger auf Aufhebung des Haftbefehls gegen den 29-jährigen Automechaniker in allen Punkten zurück. Zwar fehlten in dem Indizienprozess unmittelbare Beweise, sagte der Richter. Die in den bisherigen Verhandlungstagen dargestellten Tatsachen schlössen aber eine Täterschaft des Angeklagten nicht aus. Daran ändere auch nichts, dass zum Beispiel die Pistole, mit der beide Frauen erschossen wurden, nicht gefunden wurde oder dass das Verhältnis zwischen Opfer und Angeklagtem lange Zeit freundschaftlich gewesen sei. „Sie vertraute ihm“, sagte Brommann, „doch ihre Geduld war zum Tatzeitpunkt erschöpft.“

Neue belastende Indizien

Aussagen einer Kripobeamtin brachten neue belastende Details ans Licht: Demnach nutzte der 29-Jährige in der Untersuchungshaft verbotenerweise zwei Handys. Darauf chattete und telefonierte er anscheinend mit seiner Verlobten und seiner Familie. Den Telefondaten zufolge gab es zudem zwischen der Familie des Angeklagten und den zwei Kumpels, die ihm vor Gericht überraschend Alibis gegeben hatten, vor deren Aussage Kontakte.

Der Staatsanwalt wirft dem Automechaniker vor, die Hofbesitzerin und deren Mutter am 18. November 2014 im Streit um 7900 Euro kaltblütig und hinterrücks ermordet zu haben. Die 57-Jährige forderte demnach vom völlig verschuldeten Angeklagten das Geld zurück, das sie ihm für die Beschaffung eines gebrauchten Transporters zahlte. Statt den Wagen zu liefern, hielt er sie Zeugenaussagen zufolge immer wieder hin. Nach Auffassung der Anklage war der 29-Jährige aufgrund seiner Schulden nicht in der Lage, den Betrag zurück zu erstatten. Gegenüber der Polizei bestritt der Mann die Tat. Vor Gericht schweigt er. Die Verteidiger wollen Freispruch erreichen.

Der Prozess wird am 16. Dezember fortgesetzt. Dann werden die Plädoyers erwartet. Zuvor will das Gericht aber noch Zeugen zu weiteren Beweisanträgen der Verteidigung hören. Das Urteil soll am 21. Dezember verkündet werden.

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