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Frauen verlassen die SPD-Fraktion

Kronshagen Frauen verlassen die SPD-Fraktion

Nur zwei Tage nach der Bürgermeisterwahl in Kronshagen ist die SPD-Fraktion auseinandergebrochen. Fraktionschefin Marja-Leena Tuominen-Flath sowie Eicke Paysen und Marion Clausen erklärten ihren Austritt. Die drei Frauen wollen ihre Mandate behalten und eine eigene Fraktion bilden.

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Zu Beginn der Wahlperiode konnte die SPD-Fraktion noch lachen (von links): Eicke Paysen, Mathias Behnke, Robert Schall, Gunnar Heintze, Marja-Leena Tuominen-Flath, Wolfgang Weskamp und Marion Clausen. Mathias Behnke hat die Fraktion inzwischen verlassen; für ihn kam neu Georg Lentzsch.

Quelle: Torsten Müller

Kronshagen. Dass es in der Fraktion kriselte, war schon seit längerem zu beobachten. „Eigentlich wollten wir diesen Schritt bereits im Januar gehen“, sagt Marja-Leena Tuominen-Flath. Doch mit Rücksicht auf die Bürgermeisterwahl und den Kandidaten Robert Schall hätten sie erst jetzt die Konsequenz gezogen. „Es gibt unterschiedliche Meinungen über Kommunalpolitik“, sagte sie allgemein. Sie wolle keine „schmutzige Wäsche“ in der Öffentlichkeit waschen. Nachdem sie im Rathaus offiziell ihren Austritt aus der Fraktion erklärt hatten, sagten Tuominen-Flath und Paysen: „Wir haben uns von einer Riesenlast befreit und müssen uns nicht mehr ärgern.“

 In der Fraktion war bereits der Generationswechsel vorbereitet worden: Die Vorsitzende soll Platz für Robert Schall machen – so will es die Mehrheit der zwölfköpfigen Fraktion. Wolfgang Weskamp, stellvertretender Fraktionschef, spekulierte am Dienstag über den Rücktrittsgrund der Frauen: „Anlass ist offenbar die absehbare Nicht-Wiederwahl von Frau Tuominen-Flath bei den satzungsgemäß anstehenden Neuwahlen des Fraktionsvorstands.“ Johannes Reimann, Ortsvereinsvorsitzender, kommentierte: Der bisherigen Fraktionschefin sei es „nicht gelungen, die Fraktion zusammenzuführen“. Sie habe auch nicht über für sie gebaute Brücken gehen wollen. Reimann erwartet, dass die drei Gemeindevertreterinnen „fairerweise ihre über die Liste der SPD errungenen Mandate zurückgeben“. Im Rat verfügt die Fraktion nur noch über vier statt sieben Mitglieder. Einen Namen für die neu zu bildende Fraktion haben die Frauen noch nicht. „Wir setzen das Wahlprogramm, das wir unterschrieben haben, fort. Auch wir sind das Gesicht der SPD“, betont Paysen. Sie will das Amt der 1. stellvertretenden Bürgervorsteherin und das Kreistagsmandat behalten.

 Beim Austritt spielte, so Paysen, die Kandidatenauswahl für die Bürgermeisterwahl eine „wesentliche Rolle“. Die Findungskommission hatte nach der Vorstellung von drei Bewerbern eine Frau vorgeschlagen, zum Kandidaten wurde aber Robert Schall gekürt. Nach Angaben von Reimann war das Ergebnis der Kommission „nicht mehrheitsfähig“ gewesen. Der Ortsverein habe sich in einem „sauber demokratischen, dreistufigen Verfahren“ einstimmig für Schall ausgesprochen.

 Der Ortsvorstand fordert die drei Abtrünnigen jetzt förmlich auf, die Mandate zurückzugeben, andernfalls wird ein Parteiausschlussverfahren eingeleitet. „Wenn Mitglieder eine Konkurrenzfraktion bilden, ist das nach der ständigen Rechtsprechung der Parteigerichte ein Ausschlussgrund“, sagt Reimann. Paysen bleibt gelassen: „Das kann dauern.“ Sie will ohnehin 2018 an ihrem 70. Geburtstag aufhören.

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Ein Artikel von
Torsten Müller
Redaktion Holsteiner Zeitung

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