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Günstiger Wohnraum wird knapp

Eckernförde Günstiger Wohnraum wird knapp

Noch in diesem Jahr endet für 40 Prozent von 990 Wohnungen in Eckernförde die soziale Zweckbindung. Weitere gut 50 Prozent der verbleibenden 590 Wohnungen werden bis 2030 aus der Bindung fallen. Das heißt: Die Mieten werden steigen, günstiger Wohnraum in Eckernförde wird knapper. Können sich Eckernförder Eckernförde bald nicht mehr leisten? Antworten gab Dienstagabend eine Podiumsdiskussion von SPD und Grünen zum Thema sozialer Wohnungsbau.

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Diskutierten über soziale Wohnungspolitik: MdL Detlef Matthiessen (Grüne), MdL Serpil Midyatli (SPD), Bürgermeister Jörg Sibbel, Joschka Knuth (Grüne), Jenny Kannengießer (Grüne) und Martin Klimach-Dreger (SPD, von links).

Quelle: Rohde

Eckernförde. Der Wohnungsmarkt in der Stadt befindet sich in einer tiefgreifenden Veränderung. Das Ostseebad ist attraktiver geworden, entsprechend steigen die Preise. Investoren fragen fast täglich bei der Stadtverwaltung an. Gleichzeitig wandelt sich die Bevölkerungsstruktur. Jüngere wandern ab, die Zahl der Älteren nimmt zu, und immer mehr wohnen allein in Single-Haushalten. An der Hafenspitze und auf der Carlshöhe entstehen höherpreisige neue Wohnungen, sozialer Wohnungsbau wurde hingegen in den vergangenen 20 Jahren vernachlässigt.

 „Ein Ausgleich ist zurzeit nicht in Sicht, wir stehen unter Zugzwang“, sagte Moderator Joschka Knuth (Grüne). Auch Bürgermeister Jörg Sibbel bezeichnete bezahlbaren Wohnraum als eines der drängendsten Probleme in der Stadt. Er warb für einen Mix aus Eigentum und Mietwohnungen, aus günstigen aber auch attraktiven Konditionen. Die Politik diskutiert momentan eine Selbstbindung der Stadt, bei der Ausweisung künftiger Wohngebiete den Bauträgern einen Anteil von etwa 25 Prozent an bezahlbarem oder sozial gefördertem Wohnraum vorzugeben.

 Laut Sibbel könnte sich dies auf Bauerwartungsland wie Domsland II, Marienthal (hinter dem Schulzentrum), Preußerkaserne, ehemalige Bauschul-Liegenschaft, Nooröffnung, Grasholz und dem Lohnert-Gelände (Prinzenstraße) verwirklichen lassen. Darüber hinaus beabsichtigt die Stadt, neue Erbpachtgrundstücke in Domsland II und Marienthal auszuweisen, um junge Familie anzuziehen. 2,5 Millionen Euro stehen dafür zur Verfügung. „Wir wollen eine offene Stadt für alle Generationen und Einkommensschichten bleiben“, so der Bürgermeister.

 Laut Jenny Kannengießer (Grüne) zieht die Politik bei dem Ziel, günstigen Wohnraum zu schaffen, an einem Strang. Die größte Wohnungsbaugenossenschaft in der Stadt, das GWU (2200 Wohnungen), hat sich ohnehin 30 Prozent sozial geförderten Wohnungsbau auferlegt. „Wenn es uns gelingt, Wohnraum für alle zu schaffen, bleiben wir eine vitale Stadt und können die Bevölkerungszahl halten“, sagte Martin Klimach-Dreger (SPD). Denn zurzeit würden in Eckernförde Mieten erreicht, die bei Wohnungen mit zwei Kinderzimmern schnell über 50 Prozent des Einkommens lägen. „Das Preisniveau der Hafenspitze dürfen wir nicht an die Nooröffnung holen.“

 Nach Angaben der Landtagsabgeordneten Serpil Midyatli (SPD) liegt der durchschnittliche Mietpreis in Eckernförde inzwischen bei fast 6,90 Euro, nur 30 Kilometer weiter in Rendsburg bei vier Euro. Midyatli verwies auf die Offensive des Landes, die Schaffung von „bezahlbarem Wohnraum“ mit bis zu 85 Prozent über zinsgünstige Darlehen der Investitionsbank zu fördern. Dieses Programm stünde auch Eckernförde offen. „Bezahlbarer Wohnraum“ wird dabei mit 5,50 Euro pro Quadratmeter definiert.

 Mieter der Prelios-Wohnungen am Jungfernstieg, die aus der sozialen Bindung fallen, befürchteten in der Diskussion Mieterhöhungen. Die Prelios hat inzwischen ihre Wohnungs-Sparte an die BUWAG verkauft, einer Tochter der österreichischen Immofinanz Gruppe. Laut Prelios ist nach Wegfall der Bindung eine Mietpreissteigerung von maximal neun Prozent in den nächsten drei Jahren möglich. Eine weitere Fragestellerin appellierte, die untere Mittelschicht, die gerade über der Sozialwohnungs-Grenze liege, nicht zu vergessen.

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Ein Artikel von
Christoph Rohde
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