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Alte Ölwärmehalle ist nur noch Schutt

Krummwisch Alte Ölwärmehalle ist nur noch Schutt

Gut 70 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges wird jetzt im Krummwischer Ortsteil Groß Nordsee ein monumentales Relikt beseitigt: die ehemalige Ölwärmehalle am Flemhuder See.

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Relikt des Zweiten Weltkrieges: Die 1943 fertiggestellte Ölwärmehalle in Groß Nordsee wird jetzt abgerissen.

Quelle: Torsten Müller

Krummwisch. Sie war knapp 140 Meter lang, 12,5 Meter breit und fast neun Meter hoch. Sie galt als einsturzgefährdet. Das landeseigene Gebäudemanagement Schleswig-Holstein (GMSH) organisiert den Abriss für den Grundstücksverwalter, die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIMA).

 Die Halle bildete den zentralen Teil einer bereits vor dem Krieg im Zuge der Wiederaufrüstung des Deutschen Reiches geplanten Großbunkeranlage für Schiffsöl. Über den Nord-Ostsee-Kanal sollte sie die Versorgung des Kieler Kriegshafens sowie eines Marine-Tanklagers in Brunsbüttel sicherstellen. Dafür wurden ab 1937 auf einem rund 90 Hektar großen ehemaligen Gelände des Gutes Groß Nordsee etwa 80 unterirdische Ölbunker angelegt. Noch heute klaffen im Boden im wieder Löcher. Aus Sicherheitsgründen ist das Gelände nicht zugänglich.

 Die riesige Ölwärmehalle wurde offenbar erst 1943 fertiggestellt. Zuvor musste eine eigene Bahntrasse gebaut werden, die vom Bahnhof Felde zum Flemhuder See führte. Die Zugladungen enthielten Schweröl, das aus Estland, Rumänien und Russland stammte. Die Loks fuhren mit den Kesselwagen in die Halle hinein. Dort wurde das Schweröl erwärmt, damit es abgepumpt werden konnte. Unklar ist, welche Umweltbelastungen noch im Boden lauern.

 Die Bahntrasse wurde bereits in den 50er Jahren entfernt. Jetzt beißt sich ein Abrissbagger in die Halle hinein. Am Ende müssen 4500 Kubikmeter Ziegel und 1700 Kubikmeter Beton entsorgt werden. Das geschieht vor Ort. Der Schutt wird zerkleinert und dient anschließend als Material für den Straßenbau.

 Für den Abtransport von der Abbruchstelle hat Krummwisch die Erlaubnis erteilt, dass auch Lastwagen mit mehr als 7,5 Tonnen Gewicht einen Teil der Gemeindestraße befahren dürfen. Es geht um etwa 100 Meter, dann biegen die Laster auf einen Weg ein, der zum neuen Betriebshof des Wasser- und Schifffahrtsamtes Kiel-Holtenau am Flemhuder führt. Über eine provisorische Umgehungsstraße auf den Spülfeldern gelangen die Lastwagen zum Strohweg und zur Autobahn 210.

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Ein Artikel von
Torsten Müller
Redaktion Holsteiner Zeitung

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