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Welle der Unterstützung nach Brand

Felde Welle der Unterstützung nach Brand

Sie stehen vor dem Nichts. Das Feuer am Dienstag hat von dem Wohnhaus am Bahnhof Brandsbek in Felde nur noch eine Ruine zurückgelassen. Dennoch empfinden Jörg Horn und seine Frau Bettina Engelland-Horn so etwas wie Glück.

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Stehen vor den Trümmern ihres Hauses: Bettina Engelland-Horn und Jörg Horn.

Quelle: Torsten Müller

Felde. „Wir haben so viel Unterstützung von Freunden, Verwandten, Kollegen und den Kameraden der freiwilligen Feuerwehr erfahren“, sagt das Ehepaar.

 Ein rot-weißes Flatterband sperrt das Grundstück ab. An der Haustür klebt das Siegel der Polizei. Die Ruine ist beschlagnahmt, am Freitag will die Kripo nach der Ursache für das Feuer suchen. Noch gibt es dafür keine Hinweise. „Wir hatten gerade gefrühstückt", erinnert sich Bettina Engelland-Horn. Plötzlich habe es Sturm geklingelt. Einer der sechs syrischen Flüchtlinge, die im Obergeschoss untergebracht waren, habe „Feuer" geschrien. Jörg Horn, Mitglied der freiwilligen Feuerwehr in Felde, reagierte sofort: „Sind noch Leute oben?“, fragte er und lief die Treppen hinauf, um nach Personen zu suchen. „Es waren nur zwei im Obergeschoss gewesen, die anderen waren zum Glück in der Schule", sagt er. Sohn Finn befand sich auf der Arbeit. Horn weiß, dass die Suche in dem brennenden Haus, in dem er aufgewachsen ist, nicht ungefährlich war. Seine Frau griff in der Zwischenzeit nach Sachen, die sie gerade noch retten konnte – viel war das nicht.

 Alles ging ganz schnell. „Die Fensterscheiben platzten, Flammen loderten aus dem Dach“, sagt Engelland-Horn. Die Wehren aus der Umgebung kamen den Feldern zur Hilfe. „Die haben gekämpft", sagt Horn. Und dann waren da noch die Fotografen und Reporter. Horn verjagte sie allesamt von seinem Grundstück – heute tut es ihm leid: „Die Emotionen kamen hoch, das war mein Elternhaus, das tat weh." Am nächsten Tag musste diese Zeitung Kritik einstecken, weil sie nur über die in dem Haus lebenden Asylbewerber und nicht über das Schicksal der Familie geschrieben hatte.

 Die Zukunft ist unklar. Eigentlich wollte Jörg Horn in Kürze in den Haus, das gerade erst in Eigenleistung mühselig modernisiert worden war, seinen 50. Geburtstag und silberne Hochzeit mit seiner Frau feiern. Doch die Versicherung rechnet mit zwölf bis 18 Monaten, bis das Haus wieder bewohnt werden kann. Bürgermeisterin Petra Paulsen (SPD) bot der Familie an, zunächst im Falkenhof, der möblierten Asylbewerber-Unterkunft im Westenseer Ortsteil Brux, zu übernachten. Aber das wollten die Horns nicht, obwohl sie zu ihren Flüchtlingen immer ein gutes Verhältnis gehabt haben. Noch bis zum Ende des Monats kann die Familie eine Ferienwohnung nutzen. Wie es dann weitergeht, weiß das Ehepaar noch nicht. Schön wäre eine neue Mietwohnung in der Nähe.

  

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Ein Artikel von
Torsten Müller
Redaktion Holsteiner Zeitung

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